Gedichte.com  

Zurück   Gedichte.com > Gedichte > Natur und Jahreszeiten
Registrieren Hilfe Benutzerliste Chat Kalender Suchen Heutige Beiträge Alle Foren als gelesen markieren

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #1  
Alt 28.07.2010, 18:30
I N E S I N E S ist offline
gefaltet
 
Registriert seit: Oct 2007
Ort: Hier und jetzt!
Beiträge: 469
Vom Steinsein

Dieser Stein, den Du hältst…
einst spröder rauer Fels,

stet - über Epochen -
hart vom Berg gebrochen,

von Wind und Sand geschliffen,
von Menschenhand abgegriffen,

geglättet mit den Jahren,
weich geschmirgelt und poliert,

geradezu prädestiniert,
Geheimnisse zu wahren

und regengewaschen
mit neuen Farben zu überraschen;

sonnendurchglüht
und ach - so müd

von seiner langen Reise durch die Flüsse,
durch Ozeane voll nährender Küsse

in einem Meer von Zeit
der Ewigkeit geweiht.


.
__________________
... Es ist nicht leicht, aus Gedichten Neuigkeiten zu erfahren, und doch sterben täglich Menschen kläglich an einem Mangel dessen, was dort zu finden ist. - William Carlos Williams

Heute schon Die Kirschen in Nachbars Garten begehrt?
Willkommen bei: Immer Noch Eine Strophe

Geändert von I N E S (03.08.2010 um 02:36 Uhr).
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 01.08.2010, 23:30
Friedrich Friedrich ist offline
gebügelt
 
Registriert seit: Sep 2008
Beiträge: 264
Hallo Ines,

ein interessantes Gedicht, Dein "Vom Steinsein". Das lyrische Ich teilt dem lyrischen Du mit, daß es über den Stein, den dieses in Händen hält, eine Menge auszusagen gibt, so man die nötige Phantasie hat und sich die Zeit dazu nimmt. Das Ganze besteht aus einem einzigen langen kunstvoll aufgebauten Satz. Doch die Crux bei solchen langen Sätzen ist mitunter, daß man am Ende ganz vergißt, wie er angefangen hat, und es somit zu grammatischen Unstimmigkeiten kommt. Du reihst eine Menge Partizipien aneinander, ohne darauf zu achten, ob es sich um Gegenwart oder Vergangenheit handelt.
Zitat:
Dieser Stein, den Du (in Händen) hältst,
(war) einst (ein) spröder, rauer Fels,
(und) steht - über (alle) Epochen -
Die Klammern setze ich jetzt einmal zum besseren Verständnis.
Besser scheint mir: überdauert(e) alle Epochen oder hat alle E. überdauert.
"Steht jenseits ("über") aller Zeit"? stimmt ja nicht, denn sonst hätte sich der Stein mit der Zeit nicht verändert.
Zitat:
(Er wurde) hart vom Berg gebrochen,
von Wind und Sand geschliffen,
von Menschenhand abgegriffen,
geglättet mit den Jahren,
weich geschmirgelt und poliert,
(und ist) dafür prädestiniert, (besser: dazu)
Geheimnisse zu wahren
und regengewaschen
mit neuen Farben zu überraschen,
Hier wäre zum besseren Verständnis vielleicht ein Punkt angebracht, zumindest jedoch ein Semikolon.
Zitat:
sonnendurchglüht
und ach - so müd
von seiner langen Reise durch die Flüsse,
durch Ozeane voll nährender Küsse
in einem Meer von Zeit
(ist er) der Ewigkeit geweiht.
Inhaltlich gefällt mir der letzte Teil weniger als das Vorangegangene. Es zeugt von einem mitfühlendem Herzen, daß der Stein "müd" sein darf, doch ist er es wohl nur deswegen, weil sich "müd" auf "sonnendurchglüht" reimt. Schlimmer noch sind die Flüsse und die Küsse. Ein Kieselstein rollt in der Regel nur einen Fluß hinunter und nicht mehrere. (Wie denn auch?)

Was die "Ozeane voller nährender (?) Küsse" sein sollen, ist mir ein Rätsel. Rollt der Stein durch die Ozeane (Atlantik und Pazifik), oder sind die dem Stein geltenden "Küsse" im Flußbett so zahlreich, daß man ob ihrer Menge von "Ozeanen" sprechen muß? Ich würde mir hier etwas anderes einfallen lassen. Indem Du am Ende übertreibst, schadest Du dem anfänglichen guten Eindruck.

In der Hoffnung, Dir mit diesem Kommentar genutzt zu haben und
mit lieben Grüßen

Friedrich
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 03.08.2010, 02:32
I N E S I N E S ist offline
gefaltet
 
Registriert seit: Oct 2007
Ort: Hier und jetzt!
Beiträge: 469
Hallo Friedrich,

ich danke Dir für Deinen Kommentar.

Nun gut, dann lass uns beginnen:

Zitat:
Dieser Stein, den Du (in Händen) hältst,
(war) einst (ein) spröder, rauer Fels,
(und) steht - über (alle) Epochen -

Die erste und zweite Zeile sind soweit in Ordnung, in der dritten Zeile meinte ich das Wort stetig = stet, weißt Du "steter Tropfen hüllt den Stein..."

Zitat:
(Er wurde) hart vom Berg gebrochen,
von Wind und Sand geschliffen,
von Menschenhand abgegriffen,
geglättet mit den Jahren,
weich geschmirgelt und poliert,
(und ist) dafür prädestiniert, (besser: dazu)
Geheimnisse zu wahren
und regengewaschen
mit neuen Farben zu überraschen,


"Dafür prädestiniert" fand ich selbst auch nicht so glücklich, ich habe mich jetzt für "geradezu prädestiniert" entschieden.

Zitat:
sonnendurchglüht
und ach - so müd
von seiner langen Reise durch die Flüsse,
durch Ozeane voll nährender Küsse
in einem Meer von Zeit
(ist er) der Ewigkeit geweiht.


Zuletzt ist mir die Phantasie etwas durchgegangen. Aber hey, alles ist offen, der Stein könnte durch Flüsse gereist sein oder durch Ozeane, das weiß nur er allein. Ok, ob die Küsse nährend sind ist Ansichtssache aber mir gefällt allein die Vorstellung.

Die Satzzeichen werde ich nocheinmal überdenken. Ich finde sie insgesamt störend.

Ich danke Dir sehr für´s Vorbeischauen und Kommentieren, ich habe einige Anregungen aufgenommen.

Liebe Grüße
__________________
... Es ist nicht leicht, aus Gedichten Neuigkeiten zu erfahren, und doch sterben täglich Menschen kläglich an einem Mangel dessen, was dort zu finden ist. - William Carlos Williams

Heute schon Die Kirschen in Nachbars Garten begehrt?
Willkommen bei: Immer Noch Eine Strophe
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist An.
Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 08:25 Uhr.


Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2010, Jelsoft Enterprises Ltd.


Impressum