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  #1  
Alt 14.03.2008, 23:07
Glorfindel Glorfindel ist offline
(selbstnervend)+(willaberdoch)-(basis)
 
Registriert seit: Jan 2006
Ort: Gegenüber vom Altenheim
Beiträge: 633
Trotz dem Tosen

so hell doch auf mein liebes Licht
so hör mich trotz dem Tosen
o leite mich auf sichren Pfaden
und strahl mir zu den dunklen Tagen

lass mich nicht der Dämmerung
ein schaurig Festschmaus sein
nicht dort wo dichter Schein
lidlos Schatten grauen lässt

atme mich und geh noch weiter
füll mich aus mein schöner Stern
zehr an mir auf unsrer Reise
kurz nur endlich ewig heiter
__________________
"Nein, Nein, hör zu... hör nicht auf mich...hör zu..."
Liederträllernder Schmetterling aus das letzte Einhorn

Diskutiert miteinander! - Kritik, so wie ihr sie gerne hättet!

Brandneu: Trotz dem Tosen
Lieber Leser, bitte nimm meine Gedichte und verbreitet meine Lehre, denn ich bin die Quelle und du ein Sklave meiner Verwirrungen.

Geändert von Glorfindel (24.03.2008 um 23:44 Uhr).
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  #2  
Alt 24.03.2008, 13:09
Falderwald Falderwald ist offline
Lyrische Emotion
 
Registriert seit: Jun 2006
Ort: In meiner eigenen Welt
Beiträge: 1.641
Hallo mein Glorfindel,

ein bezaubernder kleiner Text, der tief in die Seele des Lyrischen Ichs blicken lässt.

Bevor ich jedoch auf den Inhalt eingehe, lass mich ein wenig motzen:

Ich sehe, daß du ein recht freies Schema gewählt hast, jedoch erkenne ich auch eine Spur von Metrik.
Deshalb bin ich beim Lesen auch gestolpert, und zwar in S2/Z3: "nicht dort wo dichter Schein". Wenn du ein "ein" einfügst (kleine Wortspielerei), dann hört es sich m.E. viel besser an: "nicht dort wo ein dichter Schein."
Desweiteren wird "oh" nur dann mit "h" geschrieben, wenn es durch ein Komma vom restlichen Satz abgetrennt ist, ansonsten bleibt es beim "o".
Zu Zeile 2 in Strophe 1 möchte ich anmerken: "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod." Eleganter würde klingen: "so hör mich trotz des Tosens". Auch wenn ich dir damit den Titel kaputt mache. ("Trotz dem Tosen" klingt auch wie eine Aufforderung, dem Tosen zu trotzen, was aber wohl nicht deinen Intentionen hier entspricht.)
So, genug gemeckert.

Aus deinem Gedicht spricht die Hoffnung einer lebenden Seele pur. Jedes denkende, fühlende Wesen strebt nach dem Licht, ob es nun religiöser Art ist, das Licht der Liebe oder die "Erleuchtung" im Allgemeinen.
Nur dunkle Wege zu gehen, heißt in der Finsternis herumzutappen.
In der Dunkelheit aber bleiben viele schöne Dinge des Lebens verborgen.
Die Finsternis verschlingt das Selbst und verhindert letztendlich die Selbstfindung und damit ein Glücklichsein.
Auch philosophisch, wenn man an die dunkle und die helle Seite denkt, ist das Licht erstrebenswert.
Nur wer sich dem Licht völlig hingibt, kann Dinge vollbringen, die sich der Frage nach dem Sinn des Lebens almählich annähern.
Deshalb würde dieser Text genau so gut in die Rubrik "Philosophisches/Nachdenkliches passen. (Und auch dein Titel, "Trotz dem Tosen", bekäme eine andere Bedeutung, s.o.)
Ich möchte deine Worte unterstreichen.

Dein Gedicht hat mir gut gefallen.
Gerne gelesen und kommentiert...


Liebe Grüße

Bis bald

Falderwald
__________________
Für alle meine Texte gilt: © Falderwald

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  #3  
Alt 24.03.2008, 23:42
Glorfindel Glorfindel ist offline
(selbstnervend)+(willaberdoch)-(basis)
 
Registriert seit: Jan 2006
Ort: Gegenüber vom Altenheim
Beiträge: 633
Hallo Faldi,

dann wollen wir mal.

Zitat:
Ich sehe, daß du ein recht freies Schema gewählt hast, jedoch erkenne ich auch eine Spur von Metrik.
Deshalb bin ich beim Lesen auch gestolpert, und zwar in S2/Z3: "nicht dort wo dichter Schein". Wenn du ein "ein" einfügst (kleine Wortspielerei), dann hört es sich m.E. viel besser an: "nicht dort wo ein dichter Schein."

Zitat:
Desweiteren wird "oh" nur dann mit "h" geschrieben, wenn es durch ein Komma vom restlichen Satz abgetrennt ist, ansonsten bleibt es beim "o".


Ja, in der Tat, ich habe mal versucht, etwas zu experimentieren. Das
Silbenschema ist regelmäßig . Auftakte und Endungen sind beliebig gewählt.
Jeder Strophe hat unterschiedlich positionierte Endreime. Schein ist hier
mit einer doppelten Bedeutung belegt. Ich denke in diesem Sinne würde
die Zeile weiter bestand haben dürfen und somit auch die gleiche Verslänge
aufweisen.
Das "o" werde ich mal so übernehmen.

Zitat:
Zu Zeile 2 in Strophe 1 möchte ich anmerken: "Der Dativ ist dem Genitiv sein Tod." Eleganter würde klingen: "so hör mich trotz des Tosens". Auch wenn ich dir damit den Titel kaputt mache. ("Trotz dem Tosen" klingt auch wie eine Aufforderung, dem Tosen zu trotzen, was aber wohl nicht deinen Intentionen hier entspricht.)

Zitat:
So, genug gemeckert.


Die Diskussion bzgl. dem Tosen/des Tosens hatte ich mit crux auch schon.
Du hast das Trotz = "jemanden Trotzen" richtig gedeuten, denn das war
meine Absicht. Generell sollte man das das "trotz dem Tosen" möglichst
unterschiedlich lesen können, wobei der Dativ hier sicherlich unschön wäre;
das stimt.

Zitat:
Aus deinem Gedicht spricht die Hoffnung einer lebenden Seele pur. Jedes denkende, fühlende Wesen strebt nach dem Licht, ob es nun religiöser Art ist, das Licht der Liebe oder die "Erleuchtung" im Allgemeinen.
Nur dunkle Wege zu gehen, heißt in der Finsternis herumzutappen.


Allerdings geht es um eine helle Hoffnung, die allerdings auch eine einen
Preis hat. Ich dachte eine Hoffnung, die einem auch etwas
kosten kann, dich auszehrt; z.B. jemand der dich irgendwo rausholt und dich gleichzeitig Energie kostet.


Zitat:
In der Dunkelheit aber bleiben viele schöne Dinge des Lebens verborgen.
Die Finsternis verschlingt das Selbst und verhindert letztendlich die Selbstfindung und damit ein Glücklichsein.
Auch philosophisch, wenn man an die dunkle und die helle Seite denkt, ist das Licht erstrebenswert.


Das stimmt wohl und war auch bzgl. des Finsternis eine meiner Überlegungen.

Zitat:
Nur wer sich dem Licht völlig hingibt, kann Dinge vollbringen, die sich der Frage nach dem Sinn des Lebens almählich annähern.


Das ist ein schöne Vorstellung; für mich spielt das Helle/Licht/Hoffen sich
eher im Zwischenmenschlichen ab (zumindestens in diesem Gedicht).
Zitat:
Deshalb würde dieser Text genau so gut in die Rubrik "Philosophisches/Nachdenkliches passen. (Und auch dein Titel, "Trotz dem Tosen", bekäme eine andere Bedeutung, s.o.)
Ich möchte deine Worte unterstreichen.
.

Da hast natürlich recht.

Vielen liebe dank Faldi, dass du dich meine Zeilen gewidmet hast und
dir ein ganz eigenes Bild über Licht/Hoffnung gemacht hast.

liebe Grüße
Glorfindel
__________________
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Geändert von Glorfindel (02.04.2008 um 06:42 Uhr).
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