Gedichte.com  

Zurück   Gedichte.com > Gedichte > Trauer und Düsteres
Registrieren Hilfe Benutzerliste Chat Kalender Suchen Heutige Beiträge Alle Foren als gelesen markieren

Antwort
 
Themen-Optionen Thema durchsuchen Ansicht
  #1  
Alt 25.05.2005, 10:04
Glorious Glorious ist offline
getrocknet
 
Registriert seit: May 2005
Beiträge: 67
Inspiriert von Erich Kästner's "sachliche[r] Romanze" ...

Sonett VI - Syringa

Zerbrochen, tot, liegst du in meinem Schoß
und lächelst duftend, wie ich’s mir erträumt.
Dein ganzes Leben habe ich versäumt
bis heut’, dein kalter Leib verbleibt mir bloß.

Ich trinke Tränen und die Scham ist groß,
da rosa Milch aus deinem Munde schäumt.
Und sieh’, das Himmelsross ist schon gezäumt
und prescht mit dir zu Rücken eilig los.

Ich halt’s nicht auf, ich hole es nicht ein,
obgleich es meine blassen Finger war’n,
und meine schönen Lippen, du bist mein,

du warst es immer, warst so lebend warm,
und wolltest fürwahr ewig bei mir sein,
bis uns’re Liebe doch abhanden kam.

Februar 2005

Toni
Mit Zitat antworten
  #2  
Alt 25.05.2005, 15:12
G.T. G.T. ist offline
Blausäure
 
Registriert seit: Dec 2004
Beiträge: 624
Thumbs up

Perfekte Form!
Schön im sturen 5hebigen Jambus, vollkommenes Reimschema, das ist mal ein echtes Sonett!
Mit Zitat antworten
  #3  
Alt 25.05.2005, 16:17
Chris1 Chris1 ist offline
rich & famous
 
Registriert seit: Mar 2004
Ort: Hamburg
Beiträge: 538
ich steige nicht ganz hinter die zusammenhänge innerhalb des gedichtes. form > inhalt?

schön geschrieben, schon, ein bischen kitschig, aber das ist wohl liebe.
habs mehrmals gelesen und es hat mir mehrmals gefallen.
__________________
Mit Zitat antworten
  #4  
Alt 25.05.2005, 17:22
Glorious Glorious ist offline
getrocknet
 
Registriert seit: May 2005
Beiträge: 67
'Nabend die Herren,

und vielen Dank für die Aufmerksamkeit. Vielleicht sage ich etwas zu deinem Kommentar, Chris1:

Nun, wenigstens ansatzweise habe ich mich an den sonetttypischen Zusammenhang von Form und Inhalt zu halten versucht, sprich These in den Quartetten, Antithese in den Terzetten. Das Thema ist kitschig, zweifelsohne. Es ist weder besonders innovativ noch originell. Es ist eben, wie du selbst erkannt hast, makabere Romantik.

Also, wo waren wir, These und Antithese, hm? Gut, die These in den Quartetten erzählt von einem trauernden, fürsorglichen lyrischen Ich. Die Vermutung, er habe die soeben Dahinscheidende sehr geliebt und sich entsprechend um sie bemüht, liegt nahe, abgesehen von einem Vers, oder zweien, wenn du den Zeilensprung beachtest.
Die Terzetten berichten etwas anderes, schließlich gesteht er (oder es) die Missetat.

Also, These - Antithese. Die ersten beiden Strophen behaupten das, die letzten beiden etwas anderes. Jetzt obliegt es jedem selbst, für sich, bei seiner Lektüre zu einer Entscheidung oder einem Schluss zu kommen. Vielleicht ist es gar nicht dieses oder jenes, sondern ein bisschen von beidem - kein Widerspruch, sondern eine Ergänzung.

Ist das so ein Zusammenhang zwischen Form und Inhalt, wie du ihn gesucht hast, oder habe ich total ab Ziel vorbeigeschossen? *schmunzelt*

Toni

[Geändert durch Glorious am 25-05-2005 um 18:24]
Mit Zitat antworten
Antwort


Themen-Optionen Thema durchsuchen
Thema durchsuchen:

Erweiterte Suche
Ansicht

Forumregeln
Es ist Ihnen nicht erlaubt, neue Themen zu verfassen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, auf Beiträge zu antworten.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Anhänge anzufügen.
Es ist Ihnen nicht erlaubt, Ihre Beiträge zu bearbeiten.

vB Code ist An.
Smileys sind An.
[IMG] Code ist An.
HTML-Code ist An.
Gehe zu


Alle Zeitangaben in WEZ +1. Es ist jetzt 08:35 Uhr.


Powered by vBulletin Version 3.5.4 (Deutsch)
Copyright ©2000 - 2010, Jelsoft Enterprises Ltd.


Impressum