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Thema: Feuer

  1. #1
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    1.406

    Feuer

    Feuer

    Feuer, gellend heiße Flamme,
    zischt und singst aus hölznerm Stamme.
    Glut und Funken seh ich stieben.
    Fühl ein Fürchten, fühl ein Lieben.

    Still ! Mir ist als hör ich singen
    von viel unerfahrnen Dingen,
    aus den alten grauen Zeiten.
    Höre Toben, höre Streiten.

    Flammenflackern, helles Scheinen
    Menschen schreien, Menschen weinen.
    Flammen die die Häuser fressen,
    sind noch lange nicht vergessen.

    Doch wo wär die Menschheit heute,
    hätt er nicht für seine Beute,
    früh das Feuer schon gefunden,
    sich gewärmt in kalten Stunden,

    Feuersflackern zugeschaut
    und auf seinen Schutz vertraut.
    Feuer, leuchtest mir nun auch,
    in des Ofens eisern Bauch.

    Scheinst gebändigt wie ein Tier.
    Doch im Brennen räst du mir,
    dich ganz sorgsam zu betrachten
    und behutsam zu beachten.

    Und ich sitz hier wie gebannt,
    vor der Flamme hellem Brand.
    Alte Menschheitsurerfahrung,
    Furcht und Freude und Bewahrung



    -------------------------------------------
    Feuer

    Feuer, gellend heiße Flamme,
    zischt und singst aus hölznerm Stamme.
    Glut und Funken seh ich stieben.
    Fühl ein Fürchten, fühl ein Lieben.

    Schon seit vielen tausend Jahren
    bringst du Schaden oder Gaben.
    Durch das Schauen in die Gluten
    scheint mir etwas zuzumuten.

    Denn mir ist als hör ich singen
    von viel unerfahrnen Dingen,
    aus den alten grauen Zeiten.
    Höre Toben, höre Streiten.

    Flammenflackern, helles Scheinen
    Menschen schreien, Menschen weinen.
    Flammen die die Häuser fressen,
    sind noch lange nicht vergessen.

    Doch wo wär die Menschheit heute,
    hätt er nicht für seine Beute,
    früh das Feuer schon gefunden,
    sich gewärmt in kalten Stunden.

    Freuersflackern zugeschaut
    und auf seinen Schutz vertraut.
    Feuer, leuchtest mir nun auch,
    in des Ofens eisern Bauch.

    Scheinst gebändigt wie ein Tier.
    Doch im Brennen räst du mir,
    dich ganz sorgsam zu betrachten
    und behutsam zu beachten.

    Und ich sitz hier wie gebannt,
    vor der Flamme hellem Brand.
    Alte Menschheitsurerfahrung,
    Furcht und Freude und Bewahrung.
    Geändert von Klatschmohn (03.04.2008 um 13:46 Uhr)
    ©Klatschmohn
    Überall geht ein frühes Ahnen dem späteren Wissen voraus. Alexander v. Humboldt

  2. #2
    Registriert seit
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    626
    Puh, das klingt doch mal gut.
    Zwischen der ganzen Textflut mit Zeilenumbrüchen, die in diesem Forum größtenteils zur Schau gestellt wird, ist es klasse, so ein Gedicht wie deines zu lesen: 4-hebiger Trochäus, von vorne bis hinten. Ein wunderschöner Rhythmus. Reime von vorne bis hinten.
    Aber wieso verwendest du Jahren-Gaben als Reim? Fällt dir da nichts besseres ein?
    Den inhalt finde ich toll, eine sehr interessante und in gewisser Weise verträumte Überlegung. Aber man könnte es meiner Meinung nach sogar noch etwas kürzer gestalten.
    In der Kürze liegt die Würze. An einigen Stellen beschreibst du Gedanken, sagst Dinge, die ohnehin an anderer Stelle klar werden. Daher mein Vorschlag:

    Feuer

    Feuer, gellend heiße Flamme,
    zischt und singst aus hölznerm Stamme.
    Glut und Funken seh ich stieben.
    Fühl ein Fürchten, fühl ein Lieben.

    Denn mir ist als hör ich singen
    von viel unerfahrnen Dingen,
    aus den alten grauen Zeiten.
    Höre Toben, höre Streiten.

    Flammenflackern, helles Scheinen
    Menschen schreien, Menschen weinen.
    Flammen die die Häuser fressen,
    sind noch lange nicht vergessen.

    Doch wo wär die Menschheit heute,
    hätt er nicht für seine Beute,
    früh das Feuer schon gefunden,
    sich gewärmt in kalten Stunden.

    Freuersflackern zugeschaut
    und auf seinen Schutz vertraut.
    Feuer, leuchtest mir nun auch,
    in des Ofens eisern Bauch.

    Scheinst gebändigt wie ein Tier.
    Doch im Brennen räst du mir,
    dich ganz sorgsam zu betrachten
    und behutsam zu beachten.


    Du siehst, ich habe ganze zwei Strophen rausgepickt. Weil: Die zweite Strophe wirkt im Zusammenhang plump. Das mit "vielen tausend Jahren" kommt ja in der dritten Strophe durch die "alten grauen Zeiten" schon voll zum Ausdruck. Das "Schauen in die Gluten" etc.... All das scheint mir zuviel. Dass das lyr. Ich in die Gluten schaut wird klar, wenn es vor dem Feuer sitzt und darüber nachdenkt. Und dieses Bild entfaltet sich auch viel schöner, wenn es nicht direkt beschrieben wird. Strophe Eins und Drei reichen völlig um Atmosphäre zu schaffen.
    Und die letzte Strophe: Da wird's dann schon fast kitschig. Allein durch die Beschreibungen der vorigen Strophen ist die Größe ja bereits deutlich geworden. Du hast klar gemacht, wie wichtig, im Guten wie im Bösen, das Feuer für den Menschen ist. Diese Größe ist dem Leser schon bewusst, hat ihn schon ergriffen und gerade deshalb sollte dieser Schwenk ins "zu" Große vermieden werden. Keine Zusammenfassung mehr mit "Furcht und Freude". Das macht die Stimmung schon wieder kühl und lenkt von den schönen Bildern ab, die du "gemalt" hast.
    Außerdem; diese Zeilen:
    "Doch im Brennen räst du mir,
    dich ganz sorgsam zu betrachten
    und behutsam zu beachten."
    sind doch ein WUNDERSCHÖNER Abschluss. Dadurch sagst du bereits: Es gilt, die vielen Facetten dieses Elementes zu beachten, es auch liebevoll zu sehen etc. Damit ist alles gesagt. Und das Feuer in der letzten Strophe so stark zu personifizieren hinterlässt noch einmal einen sehr starken, bleibenden Eindruck.

    Also, mein Tip: Streich die zwei Strophen. Dann wird's kürzer, knackiger, präziser, bildhafter... klasse!

    Gruß! G.T.

  3. #3
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    Hallo G.T.

    Ganz lieben Dank für Deinen Kommentar und die positive Beurteilung dieses Gedichtes.
    Ich hatte mich erst gar nicht getraut es einzustellen. Das ist schon älter, also vor meiner dot.com Zeit. Wir hatte gerade unseren Kaminofen bekommen und ähnliche Gefühle, wie im Gedicht habe mich da beschlichen, fasziniert und geängstigt.
    Ein bisschen habe ich Deinen Rat befolgt und den zweiten Vers herausgenommen. Das Gedicht ist wirklich etwas zu lang geraten.
    Den letzten Vers lasse ich erst mal, ich kann nicht sagen warum, aber er bedeutet mir etwas. Mal sehen,vielleicht sagt jemand noch etwas dazu.

    Sei ganz herzlich gegrüßt,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
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  4. #4
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    im schönen bayrischen ...........
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    Feuer

    Hallo Heidi,

    bei deinen Zeilen kommt man ins schwanken zwischen Gut und Böse, für wenn und aber. Dein Gedicht wühlt einen innerlich ein bisserl auf. Aber schlussendlich ist das gute Feuer Sieger, mein ich jedenfalls.

    Hab deine Zeilen mehrmals lesen müssen, denn ich finde sie sehr gut.

    Schönes Wochenende vom Panzerknacker Michael
    Ich bin ein Niemand. Niemand ist perfekt.
    Also bin ich perfekt!

  5. #5
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    Jul 2007
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    1.406
    Lieber Panzerknacki.

    Feuer ist wirklich eine besondere Sache. Ohne da Feuer hätten wir als Menschheit wohl kaum überleben können, gleichzeitig ist schon so viel Entsetzliches durch das Feuer geschehen, damit kann sich je nach dem, die Menschheit auch auslöschen.
    Es ist schon faszinierend, wenn es da im Ofen brennt, man kann es sehen und spüren, es wärmt sicher die Kochen besser durch als Heizungen, aber es ist auch bedrohlich und es ist schon viel Unheil damit angerichtet worden.

    Noch brennt es hier im Ofen, aber ich hoffe doch bald auf frühlingswarme Tage. Die sollen ja jetzt kommen.

    Liebe Sonntagsgrüße,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
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