Hallo!
Ich habe einige Fragen zu Enjambements und dem Hakenstil, die im
Zusammenhang mit expressionistischer Lyrik aufgekommen sind:
1) Was genau ist ein Enjambement? Im Allgemeinen begegnet mir immer die
Definition, dass Zeilenstil dann gebraucht wird, wenn Satz und Vers
übereinstimmen. Beim Enjambement soll der Sinnzusammenhang über die
Versgrenze hinweg fortgeführt werden. Eine naheliegende Fage ist, ob
es ein Enjambement ist, wenn der Vers mit einem Komma endet?
Könnt ihr mir bei dem folgenden Gedicht (Weltende von Jakob van
Hoddis) sagen, wo es ein Enjambement ist?
1 Dem Bürger fliegt vom spitzen Kopf der Hut,
2 in allen Lüften hallt es wie Geschrei.
3 Dachdecker stürzen ab und gehn entzwei
4 und an den Küsten - liest man - steigt die Flut.
5 Der Sturm ist da, die wilden Meere hupfen
6 an Land, um dicke Dämme zu zerdrücken.
7 Die meisten Menschen haben einen Schnupfen.
8 Die Eisenbahnen fallen von den Brücken.
2) Der Hakenstil liegt dann vor, wenn Enjambements verkettet werden.
Auch hier: wie kann ich entscheiden, ob der Hakenstil vorliegt? Wann
weiß ich, dass es genug Enjambements gab? Ist das obige Gedicht im
Hakenstil verfasst?
Vielen Dank im Voraus!
Gruß
Morgenlicht



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