Es ging ein Hirt gar früh austreiben,
Er hört ein kleines Kindlein schreien.
»Kindelein, ich hör dich und seh dich nicht.«
»Ich bin in einem hohlen Baum
Und mit eichenen Rüthlein gedeckt.
Ach Alter, nimm mich mit nach Haus,
Mein Mutter hat Hochzeit zu Haus.«
Als er das Kind zur Thür nein bracht:
»Grüß euch Gott, ihr Hochzeitgäst,
Dieweil die Braut mein Mutter ist.«
»Wie soll ich denn dein Mutter sein,
Ich trage ja ein Kränzelein?«
»Tragst du ein Kränzelein rosenroth,
Du hast schon drei Kinder todt.
's erst hast ins Wasser geschmissen,
's ander hast in Mist vergraben,
's dritt in einen hohlen Baum,
Und mit eichenen Rüthlein zugedeckt.«
»Ach wie kann das möglich sein!«
Kam der Teufel zum Fenster hinein,
Und nahm sie bei ihrer schneeweißen Hand,
Thut mit ihr den Ehrentanz
Und führt sie in die höllische Pein.