Aus der Berge dunklen Klüften
Braust nicht mehr die kalte Flut,
Fenster öffne ich den Lüften
Und das Tor dem Jugendmut;
Springend geht's zum Tale nieder,
Leicht beflügelt ist das Herz,
Frühling breitet das Gefieder,
Luft erklingt wie edles Erz.

Neue Vögel sind erschienen,
Fort ins Freie, in die Luft,
Neues Schauspiel, grüne Bühnen,
Nachtigall so sehnlich ruft:
Seht das Schauspielhaus geschmücket
Mit dem Dach aus Himmelblau,
Wolkenschäflein sehn entzücket
Nach dem hocherhabnen Bau.

Alle schweben im Verlangen
Nach des Tages Neuigkeit:
Ist der Vorhang aufgegangen?
Welches Schauspiel gibt man heut?
Soll ein Heldenspiel beginnen,
Rüstet sich die frische Kraft?
Soll die Lieb' in Lieb' zerrinnen,
Daß sich neues Volk erschafft?

Alles drängt sich nah zusammen,
Herz an Herz und Baum an Baum,
All' aus einer Erde stammen,
Flammend einer Liebe Traum:
Himmlisch Spiel, die frischen Kränze
Decken all' mit gleichem Grün,
Jenen, daß er siegend glänze,
Diese, daß sie drunter blühn.