Er.

O deinem Athemzuge
Horche ich feiernd leis',
Er hebet mich im Fluge
Über den Erdenkreis.


Sie.

Dein Athem sanft im Schlafe
Tönt in die Saiten ein,
Du sprichst aus mir im Schlafe
Worte, sie sind nicht mein.
O lieblich waches Schlafen
Einzige einige Ruh'
In der Gedanken Hafen
Singe, ich höre zu.


Er.

Der Alp, der mich gedrücket
Fliehet vor deinem Klang,
Sein Roß mich fern anblicket,
Hörst du den Hufschlag bang;
Du hörst mein Herz nun schlagen,
Bebt nicht die Erd' entzückt,
Sie soll dem Himmel sagen
Wie sie so hoch beglückt.


Sie.

Du hauchest kühles Feuer
Nieder in meine Ruh',
Viel tönt mein Busen freier,
Schlafe und träume du.
Ich schweb' in deinen Träumen
Schon in dem Morgenroth,
Und säus'le in den Bäumen
Mitten im Feuertod.


Er.

Ja wie ein wilder Leue
Nächtlich im Walde brüllt,
Bewachet er die Treue,
Die ihm den Schmerz gestillt:
So ruf' ich an die Erde,
Die mir mein Haus verschlang,
Daß sie am heil'gen Heerde
Uns dann zugleich umfang.


Sie.

Nein stürz' mich in den Becher,
Glühend noch raucht der Berg,
Und trink, du schöner Zecher,
Alles, was ich verberg'.


Er.

Ach all, was birgt dein Auge,
Alles, was birgt dein Herz;
Ich würde Himmel saugen
Mitten im schönsten Schmerz.


Beide.

Nein dieser Stunde Feuer,
Nimmer o nimmer vergeht,
Nein dieser Töne Feier
Nimmer o nimmer verweht.
Wir leben ohn' Besinnen,
Sind wir wohl außer uns?
Die Tropfen Thau schon rinnen,
Auf uns und über uns.
Wir ruhen auf Silbersaiten
Regend die Melodien;
Tanzend die Elfen schreiten
Über's erwachende Grün.