Da mich Ströme, Berge, Wälder
Einer welt-entlegnen Gegend
Von Dir trennen, meinem Worte
Bitt‘res Schweigen auferlegend,
Gibt die Liebe mir die Feder,
In den Kiel das Wort zu bannen,
Und so flieg' es mit den Winden
Wie der Lerche Lied von dannen.

Wiege hin, wo liebe Hände
Dich mit Frühlingsblumen kränzen,
Wo der Schönheit Veilchenaugen
Lieblich Dir entgegenglänzen,
Wo auf altbekannte Räume
Der Erinn‘rung bunte Fahnen
Dich an frohverlebte Stunden,
Schönverbrachte Tage mahnen.

Und wenn Du im Schattengange
Einsam magst und sinnend wallen,
Mag das Wort des fernen Freundes
Dir als Jubelruf erschallen,
Mag so warm und liebeglühend
Dir ins Herz zu reden wagen,
Als ob Du sein eignes hörtest
Ganz in Deiner Nähe schlagen.

Frei von jedem stillen Brüten
Wirst Du alle finstern Schemen
Wieder in ihr altes Chaos,
In die Nacht zurück verfehmen;
Und die Hand der schönsten Muse.
Fern von allem Zeitzermalmen,
Winde Dir um deine Schlafe
Süß errungne, volle Palmen;

Dass Du einst von ihr geleitet,
Ohn‘ modisch Weltermüden,
Wandern magst ins Land der Schönheit,
In den sangberauschten Süden,
Daß Dir Liebe noch im Alter
Aus verlockend holden Augen
Lasse, wie im Lenker Jugend,
Leben und Begeist‘rung saugen.

Das die Freundschaft unerkaltet
Dir aus jedem Händedrucke,
Ungeschwächt aus jedem Lächeln.
Dir aus jeder Träne zucke;
Dass, wann einst des Alters Silber
Unser beider Haupt umzöge,
Ich mit gleicher Mut wie heute
Noch ein Lied Dir singen möge.