Einsam fühlt sich und verlassen
Jener heimatferne Mann,
Der vor Sehnsucht weder hassen,
Weder glühend lieben kann.

Ferne schweifen seine Träume,
Wo die Gletscher rosig glühn,
Wo bei trautem Flutgeschäume
Vielgeliebte Blumen blühn.

All die Wolken möcht’ er küssen,
Die nach seinen Bergen fliehn,
Beten möcht’ er an den Flüssen,
Die aus seinen Landen ziehn:

So auch hangt an einem Sterne
Dieser ruhberaubte Sinn,
Deiner Augen blaue Ferne
Zieht mich unvermeidlich hin:

Deine Stimme voller Güte,
Lieblich wie der Frühlingswind,
Lippen, die in ihrer Blüte
Meiner Seele Heimat sind —

Denk’ ich ihrer, wird verlassen
Einsam mir wie jenem Mann,
Der vor Sehnsucht weder hassen
Weder glühend lieben kann.