Nur eine selige, wenn auch kurze Stunde.
Umscherzt von Flügel lauer Maienlüfte.
Bei Lerchensang, beim Hauch der Veilchendufte
An Deiner Seite ruhn auf mos’gem Grunde;

Tief Blick in Blick getaucht, und Mund auf Munde
Im Schatten süßverschwiegner Felsgeklüfte
Den Arm zu schlingen sanft um Deine Hüfte —
Mein einz’ger Wunsch wär’s auf dem Erdenrunde.

Wenn Du mir lächelnd drohtest und befangen,
Ich machte jeden Zweifel Dir zu nichte,
Und gern gestünd’ ich Dir, was ich begangen:

In Deinen Augen las ich Weltgeschichte.
Die Weisheit holt’ ich mir von Deinen Wangen.
Und von den Lippen küsst ich mir Gedichte.