Regen, Regen, immer Regen! will nicht das Geplätscher enden,
Daß ich aus dem Sarge brechen kann, aus diesen Bretterwänden?

Sieben Schuhe ins Gevierte, das ist doch ein ärmlich Räumchen
Für ein Menschenkind, und wär' es schlank auch wie ein Rosenbäumchen!

O was ließ ich mich gelüsten, in den Vogelherd zu flüchten,
Als nur schwach die Wolke tropfte, als noch flüsterten die Fichten:

Und muß nun bestehn das Ganze, wie wenn zögernd man dem Schwätzer
Raum gegeben, dem langweilig Seile drehnden Phrasensetzer;

Und am Knopfe nun gehalten, oder schlimmer an den Händen,
Zappelnd wie der Halbgehängte langet nach des Strickes Enden!

Meine Unglücksstrick' sind dieser Wasserstriemen Läng' und Breite,
Die verkörperten Hyperbeln, denn Bindfäden regnet's heute.

Denk' ich an die heitre Stube, an das weiche Kanapee,
Und wie mein Gedicht, - das meine! - dort zerlesen wird beim Tee;

Denk' ich an die schwere Zunge, die statt meiner es zerdrischt,
Bohrend wie ein Schwertfisch möcht' ich schießen in den Wassergischt.

Pah! was kümmern mich die Tropfen, ob ich naß, ob säuberlich!
Aber besser stramm und trocken, als durchnäßt und - lächerlich.

Da - ein Fleck, ein Loch am Himmel; bist du endlich doch gebrochen,
Alte Wassertonne, hab' ich endlich dich entzweigesprochen?

Aber wehe! wie's vom Fasse brodelt, wenn gesprengt der Zapfen,
Hör' ich's auf dem Dache rasseln, förmlich wie mit Füßen stapfen.

Regen! unbarmherz'ger Regen! mögst du braten oder sieden!
Wehe, diese alte Kufe ist das Faß der Danaiden!