1. Auf der Insel im Meere
Da lebten der Hirten zwei:
Der eine hieß Malone,
Der andere hieß Maley.

2. sie hatten eine Herde
Von Schafen beid' ererbt:
Die Erbschaft hat Malonen,
So wie Maley'n verderbt.

3. Erst trieben sie zusammen;
Doch wie im Kriege ging's:
Der wollte rechtshin treiben,
Der trieb dann wieder links.

4. Und endlich kam's zum Teilen.
Da blieb zuletzt ein Schaf:
Der Zank um dieses brachte
Sie erst um Ruh und Schlaf.

5. Malone wollt' es schlachten:
"Wir hauen es dann entzwei!" -
"Erst soll es Wolle geben!"
Behauptet Maley.

6. Maley bedurfte Strümpfe:
"Komm, scheren wir es heut!"
Malone meint' es wäre
Zum Scheren nicht die Zeit.

7. "So scher' ich meine Seite,
scher du die andre dann!"
Malone wollt's nicht leiden,
doch hat's Maley getan. -

8. Nun fiel das Schaf vom Winde
In einen Felsenspalt.
Man zog es vor am Morgen:
Da war es tot und kalt.

9. "Maley, das Schaf erfror da,
Weil du's geschoren hast."
"Nein", sprach Maley, "es stürzte,
Weil es der Sturm erfaßt.

10. Hätt'st du es auch geschoren,
So faßte Sturm es nicht;
Und faßt er's auch, - es hielt sich
Doch mehr im Gleichgewicht." -

11. Sie gehen vor die Richter
Und klagen mit großem Schall:
"Ei", sagten da die Herren,
"Welch interessanter Fall!"

12. Sie schlugen nach die Bücher,
Man zankte manch ein Jahr,
Bis Maley wie Malone
Ohne Schaf' und Wolle war.