In weiter wellenloser Stille liegt das Meer ..
Der Leuchtturm der Oie nur flimmert mit rotem Licht durch die blaue Dämmerung ..
Wie Kinderspielzeug stehen die Fischerhütten mit ihren Moosdächern in der Hügelmulde ..
Ein Windstoß rauscht durch die Nordperd-Eichen, tief wie das Aufatmen des einschlafenden Tages ..
Holzschuhe klappen die Dorfstraße hinab. Ich seh es nicht, ich hör es nur ..
Am Südstrand unten flackern ein paar Laternen auf ..
Nun weint irgendwo ein kleines Kind, wie kleine Kinder weinen, weh, wimmernd, ins Herz schneidend ..
und plötzlich schlägt ein Klavier an, ganz in der Nähe, und eine weiche Mädchenstimme fälltein ... "sturmgeprüfter, müder Wandersmann ... Behüt dich Gott, es wär zu schön gewesen ......"
Ein halbwüchsiger Junge am Zaun pfeift mit .. grell und falsch ..

Und doch:
ich bleibe einen Augenblick stehen und blicke zurück:
Wie ein Wetterleuchten zuckt es in der Ferne und ich sehe die Straße, die ich herkam, bis sie sich in Wälder und Berge verliert ..
Dort war es! ja, dort hinten, wo es aufleuchtet. Aber es ist zu weit, als daß man noch etwas erkennen könnte. Man müßte sonst ein Schloß aufragen sehen und eine Wallfahrtkirche auf dem Berge und die Mühlenweiher vorm Schwedenthor und das kleine Haus überm Graben und einen Garten mit hochblühendem Flieder und Rosen ..
und einen Jungen und ein Mädel .. einen Jungen, der Verse machte und ein Mädel, das schwarzbraune Augen hatte ..
und in der Hausthüre das kleine Schwesterchen .. "die Mutter kommt! die Mutter kommt!" rasch!" ...

Im Hof drüben bellt ein Hund ..
und über den Berg herauf wie damals kommt der Mond, langsam, feierlich und .. guckt und .. lächelt.