Soll die Erde dich besiegen,
Ihre kalte, feige Macht?
Willst du dich mit Sklaven schmiegen
Wie in dumpfer Kerkersnacht?
Willst du gleich den Feigen sorgen
Um ein Ding, das nimmer dein?
Armer Geist! Dann bringt kein Morgen
Deinem Dunkel Sonnenschein.

Hast du Federn doch und Schwingen,
Edler Geist, so schwinge dich!
Laß sie rauschen, laß sie klingen!
Und die Nebel senken sich,
Wann du deine Höh' erflogen,
Und die dumpfe Nacht wird licht,
Und der Wahn, der dich belogen,
Weicht der Freude Sonnenlicht.

Freude! Freude! Welche Flügel!
Mut! O welches Schlachtenroß!
Diese reißen alle Zügel,
Diese sprengen jedes Schloß,
Diese brechen alle Riegel
Feiger Sorge, eitler List,
Diese, Unterpfand und Siegel,
Daß du Sohn des Himmels bist.

Sohn des Himmels, Kind der Sterne!
Dort dein Heim, dein Sitz, dein Reich –
Tiefe, Höhe, Nähe, Ferne,
Erd' und Himmel alles gleich –
Wo die Flügel immer schweben,
Liegt dein Reich. Auf, nimm es ein!
Nimm dein Reich ein, nimm dein Leben,
Nimm dich selbst! – Die Welt ist dein.