Wem flammet der Begeistrung heil'ges Feuer?
Wem pocht des Busens ungestümer Drang?
Wem braust der Strom durch meine goldne Leier
So freudig wie der Frühlingsbäche Klang?

O dir, die an dem weiten Flammenbusen
Die Pulse aller Wesen liebend wärmt
Und allgewaltig um den Born der Musen
Und um des Helden Tatenträume schwärmt.

Dir, Himmlische, schlag' ich die goldnen Saiten,
Dir rieselt meines Liedes Silberton,
Urania; schon in den Blütenzeiten
Der Vorwelt funkelte dein Feuerthron;

Du schlugest in das Chaos Lebensfunken,
Und Welten sprangen jubelnd aus dem Nichts,
Es kreisten Monde, Sonnen flogen, trunken
Des neuen Seins, die goldne Bahn des Lichts;

Von deinem Odem sprudelte die Quelle,
Die Blume öffnete den duft'gen Schoß,
Der Fisch durchschlüpfte seine Silberwelle
Und Würmchen liebten auf dem Erdenkloß.

Wes ist das Land, das Menschen aneinander
Mit losen Schlingen unauflöslich schnürt
Und freundlich seinen schlängelnden Mäander
Des Lebens leichten Schatten niederführt?

Von wessen Odem weht die heil'ge Flamme,
Die Purpur auf des Mädchens Wange haucht
Und, aufzudringen zu dem Götterstamme,
Im Styx der Kraft den Jüngling untertaucht?

Was färbt dem Morgenrot die Rosenwangen?
Was lehrt die Erden und die Sonne fliehn?
Die Blütenzweige flüsternd sich umfangen?
Die Blumen an der Blumen Lippen glühn?

O laß auch mich an deinen Busen fallen! –
Er schlägt für alles Leben ja so weit –
Mit deinen tausend Wogen laß mich wallen
Hinab den Strom in die Unendlichkeit.