I.

Vergangen ist die finstre Nacht,
Und ich bin fröhlich aufgewacht.

Was geb' ich denn dir, Gott des Lichts?
Ich armes Kind, ich habe nichts,

Als daß ich dir aus Herzensgrund
Recht danke für den schlaf,

Und dir versprech' mit frohem Mund:
Fromm will ich sein und brav,

Daß deine Hand mich stets bedeckt
Und immer fröhlich auferweckt.

II.

Bei dem Müßiggang
Wird der Tag so lang,
Bei der Tagesarbeit
Wird so kurz die Zeit.

III.

Spricht der Vater: „schnell, mein Kind!"
Brauch' nicht lang und tu's geschwind.

IV.

Klopft es, Kind, in'deinem Herzen,
Laß das Lachen, laß das Scherzen,
Daß du keine Sünde tust
Und nicht bitter weinen mußt.


V. Tischgebet

Wir haben Suppe, haben Brot,
Und viele Arme leiden Not.

Wir sind vergnügt und sind gesund,
Und viele sind oft krank und wund.

Du lieber Gott, nimm unfern Dank,
Daß wir gesund sind und nicht krank;

Du lieber Gott, laß uns dich preisen
Für Brot und Suppe, die wir speisen,

Wir können dir ja sonst nichts geben,
Als nur dich loben und erheben.

Wir können dir ja sonst nichts bringen,
AIs unser Herz, dies laß gelingen!


VI. Nach dem Tisch

Wir alle sind erquickt und satt,
Weil Gott uns selbst gesättigt hat.

Noch haben Suppe wir und Brot,
Drum komm herbei, wer in der Not:

Du kranke Frau, du blinder Mann,
Und wer sonst nichts verdienen kann.

Und wen da hungert auf der Reise,
Er komm', wir haben Trank und Speise.

O Gott, du wirst die Hand mit Segen
Auch auf das Haupt des Armen legen,

Daß alle Menschen, ohne Wanken,
In alle Ewigkeit dir danken.

VII.

Spricht die Mutter: „Schau mein Kind!"
Merk' wohl auf und sei nicht blind.

Gut den Tag vollbracht,
Ist so schön die Nacht.
Und gebetet brav,
Ist so süß der Schlaf.