Gingst du sonst aus unsrer Mitte,
Grüßtest laut du allerwärts,
Legtest dem noch eine Bitte,
Eine Mahnung dem ans Herz!

Sprachest: »Möge Gott euch segnen!
Bleibt gesund und freut euch fein.
Wenn wir wieder uns Begegnen!« 
Sprachst: »Lebt wohl und denket mein!«

Da du jetzt von uns gegangen,
Gingst du ohne Abschiedswort,
Zwar mit Tränen auf den Wangen,
Aber schweigend gingst du fort!

Schwellte, als dein Aug' gebrochen,
Dir kein Wunsch die Seele mehr,
Oder sah unausgesprochen
Schon erfüllt sie ihn vorher?

Wußtest du, auch ohne Mahnen
Würde immerdar dein Bild
Leuchtend auf des Lebens Bahnen
Uns begleiten treu und mild?

Botest du so viel im Leben
Allen uns an Liebe dar,
Daß im Tod dir nichts zu geben,
Nichts zu sagen übrig war?

Ach umsonst! Vergebnes Klagen!
Deine Lippen bleiben stumm,
Und es tönt, soviel wir fragen,
Keine Antwort dem Warum.