Was Gebet ist, laß dir sagen,
Und bewahr's im Herzen still.
Beten ist ein schüchtern Fragen,
Ob, was du willst, Gott auch will.

Nicht des kranken Kindes Weinen,
Das den Heiltrank von sich weist,
Nein, ein freudiges Vereinen
Deiner Kraft mit Gottes Geist;

Nicht ein ungestümes Dringen
Auf versagten Erdentand,
Nein, ein selig Los-sich-ringen
Von der Fessel, die dich band;

Nicht ein zweifelndes Bedenken,
Ob auch sühnbar deine Schuld,
Nein, ein gläubig Sich-versenken
In des Herren Vaterhuld.

Beten heißt – ob Jahre schwinden
Eh' du's fassest – Beten heißt,
Dich zurück zur Quelle finden,
Der entsprungen einst dein Geist.