Ob Furcht und Angst dich quäle,
Ob Trübsal dich umwebt,
Laß Eins dich trösten, Seele,
Dir bleibt, was du erlebt!

Nicht bloß was wir genossen
An Freuden da und dort,
Auch was wir unverdrossen
Gewirkt in Tat und Wort;

Die Siege, die uns glückten
Trotz Mißgunst, Groll und Neid,
Die Lorbeern, die wir pflückten
Und trugen unentweiht;

Uns bleibt, ob alles schwände,
Was Zeit uns flüchtig gibt,
Es bleibt uns bis ans Ende,
Was wahrhaft wir geliebt!

Mag auch die Form zerstieben,
Wie Glas im Anstoß bricht,
Die Seele, die wir lieben,
Stirbt unsrer Liebe nicht!

An diesen Trost lern' halten,
O Herz, in deiner Pein!
Es wechseln die Gestalten,
Was du erlebt, bleibt dein!