Wir weiden, eine hirtenlose Schar,
Seit du uns fehlst auf dieses Lebens Heide,
Wir wiederkäuen dumpf und träg' was war,
Und mästen uns verzagt an unsrem Leide!

Du, hätte je ein Schlag in deiner Kraft
Erschütternd dich, wie dieser uns, getroffen,
Du hättest trotzig dich emporgerafft
Und noch gewagt, zu leben und zu hoffen!

Du hättest mähnenschüttelnd dich geregt
Und Lasten, die uns wuchtend Niederdrücken,
Ruckweis' versuchend dir zurechtgelegt,
Und fortgetragen stolz auf deinem Rücken.

Doch du warst eben auch, was wir nicht sind,
Ein Geist, dem Marke der Natur entnommen,
Der Schöpferlaune Gottes liebstes Kind,
Wie einmal in Jahrhunderten sie kommen!

Du warst du selbst! – O früh erloschnes Licht,
Wenn müßig auch und maßlos feig wir zagen,
In einem doch irrt unsre Trauer nicht,
Daß ewig wir dich missen und beklagen!