Du kennst den bleichen, hagern Mann:
den Schultern schmiegt das schwarze Haar,
das lange, glatte leicht sich an,
und Blicke wirft er wunderbar,
so tief und seltsam, schmerzdurchwühlt,
als hielt' sein Herz ein arger Bann.
Und was das Auge weint und fühlt,
das lodert, wie ein Flammenstrom,
und glüht, ein schrecklich Opferfeuer,
in seiner Rede stolzem Dom,
erst leise, fernher, wie ein scheuer
Lichthauch die Wände übergießt,
bis im hochroten, grellen Schimmer
rings alles ineinanderfließt
und toll im Hexentanzgeflimmer
gliederverzerrt vorüberschießt.
Du stehst erstarrt und folgst von ferne
zum Abgrund, drein er ruft: Ihr müßt!
Über dir schwinden schon die Sterne:
du folgst dem teuflischen Saint-Just.

Entstanden 1862