Den Klugen leiten sicher stets die Horen,
Nur mit dem Genius spielen oft die Winde;
Daß er, so Glück wie Unglück, früher finde,
Wird er mit Schwingen in die Welt geboren.

Doch bleibt ihm treu die Gottheit zugeschworen;
Sie legt am bösen Tag dem armen Kinde
Mit weicher Hand ums Aug des Wahnsinns Binde,
Daß es nie sehe, was das Herz verloren.

Die Götter haben freundlich dein gedacht,
Die du so fromm gehalten einst in Ehren,
Und lebend schon dich aus der Welt gebracht.

Nichts Irdisches kann fürder dich versehren,
Und reiner denn ein Stern zum Schoß der Nacht
Wirst du zurück zur großen Mutter kehren.

Trüg ich ein Schwert als Krieger um die Lenden,
Ging ich als Landmann hinter einem Pfluge,
Dann säß ich abends froh bei meinem Kruge,
Um mit dem Tag mein Tagewerk zu enden.

So aber, wenn sie sich zur Ruhe wenden,
Schweift mein Geist noch auf irrem Wanderzuge,
Und meine Seele kreist in stetem Fluge,
Ihr will kein Abend seinen Frieden spenden.

Dem Himmlischen erbaun wir keine Schranken,
Es folgt uns nach ins laute Weltgetriebe
Und wird im Schlummer auch nicht von uns wanken-

Kein Ort, daß ich vor ihnen sicher bliebe!
Gleich Blitzen zucken um mich die Gedanken
Und treffen mich selbst in dem Arm der Liebe.

So redet nur! Ihr sollt mich nicht bekehren.
Er ist in eurer Hütte nie gestanden,
War euch nie weihend, segnend nie zu Handen,
Mein Genius – er gab euch niemals Lehren.

Was man nicht kennt, das mag man leicht entbehren.
Doch mir geht ohne ihn mein Werk zuschanden,
Indes die Nüchternen in allen Landen,
Die Gottentfremdeten, die Schätze mehren.

Behagt euch wohl im friedlichen Genuß;
Das bißchen Witz, es bleib euch unbenommen,
Das auf die Frone wie ein Sklave muß.

Mir aber mag nur Zeus, der Donnrer, frommen,
Zu meinem Werke muß ein Himmelsgruß
Ein heil'ger Sturm mein Herz erst überkommen.