Ihm tönt mein Lied, Ihm, dessen Schöpferstärke
mit Vaterlieb' und Huld gepaart,
sich meinem Geist, in jedem seiner Werke,
so herrlich offenbart

Wie lieblich sind sie alle! wie gefüget
zu schöner Ordnung, wunderbar! -
doch nimmst du nur, was vor den Sinnen lieget,
Gestaltung nur und Farb' und Größe wahr.

Das Firmament, so weit und hoch gezogen,
das tiefe Blau, mit Sternen überstreut -
wer sieht sich statt an diesem schönen Bogen
und seiner Herrlichkeit!

Der Sonnenball entsteigt - die Erde zu begrüßen
und schwebt dahin im kühnen Heldenlauf;
und alle Blumen, alle Wesen schließen
ihm ihre Busen auf.

Wild strömt er südlich seine Flammenflut,
durchsengt den Berg, und blendet durch sein hell;
und lechzend sucht, in seinen Mittagsgluthen,
das Thier den Ladequell.

Er sinkt in Westen; freundlich gegen über
schwebt schon des Mondes Silberrund -
durchglänzt die Nacht, lenkt böse Seuch' und Fieber,
vertheilt das Jahr, und macht die Feste kund.

Hochschimmernd ziehn, wie friedlich Gebrüder,
die Stern' empor ermüden nie, und nie,
verbleichen jetzt, und kehren glänzend wieder,
und kreisen fort in großer Harmonie.

Schau östlich dort den schönen Farbenbogen,
und küsse dankbar jene Hand,
die zum Beweis, sie bleibe dir gewogen,
ihn segnend ausgespannt.

Die Wolke schwebt wie Vogelzug behende;
Er dichtet sie - und Hagel fällt heraus;
Er haucht sie an, und tröpfelnd sinkt sie Spende
des Regens nieder und des milden Thaus's.

Jetzt läßt Er sie zum Rachtgebirge schwillen,
und Blitze fahren erd- und himmelwärts,
und vor des Donners fürchterlichem Brüllen
erbeben Erde, Fels und Menschenherz!

Der Hügel stralt, mit Trauben überhangen,
und würzig duftet der Zitronenhain,
und goldne Halme stehn im Thal zu prangen,
und nächtens rauschen Sens' und Sichel drein!

Ein Weilchen noch, so läßt Er, weißgelocket,
und strumumheult - den ernsten Winter nahn,
entführt den Schnee, der glänzend niederflocket,
und legt den Wassern einen Panzer an.

Er freut den Reif auf nackte Bäum' und Hecken,
wie Salz dahin, mit unsichtbarer Hand,
nd macht wie Stacheln an des Wandrers Stecken,
den Eiszapf starren an des Brunnens Rand.

Er ruft dem Meer! es horcht, und überschwillet
sein Ufer nicht, wie sehr sichs thurmt und bläht;
Er hat mit tausend Wundern es erfüllet,
und Inseln drein gesät!

Der Leviathan und der Wallfisch wühten
Die Tiefen durch, und trotzen jeder Wehr,
und wie geschenee Gestalten spielen
ums bange Schifflein her.

Groß überall - so weit die Himmel gehn,
find seine Werke, wundersam und hoch;
groß überall ist, was wir Blöden sehen, -
doch tief verborgen ist das Größre noch.

Dem höhern Sinn des Weisen nur verständlich
preist ihren Meister die Natur.
Doch ist Er über sie erhaben noch unendlich,
und sie - sein Schatten nur -

Preis' ihn, o Mensch! du wirst ihn nie erreichen,
doch, lalle fort im frohen Wesenreihn;
und freue dich der Wonne sonder Gleichen,
des großen Vaters liebes Kind zu sehn.