Ein schönes Menschenangesicht --
was gibt es schön’res wohl hienieden?
Der Locken Flut, der Augen Licht,
des stillen Lächelns süßer Frieden,
der hohen Stirn Gedankenfeld,
der Wimper traumhaft dunkle Hülle,
die Wange rosig, sanft geschwellt,
der roten Lippe holde Fülle!

Und wo es nahet, wunderbar
wird alles davon angezogen,
die allerschroffsten Herzen gar,
sie werden hold ihm und gewogen;
es strahlt wie Frühlingssonnenschein,
dem alle freudig schaun entgegen,
voll Trost in jedes Herz hinein;
das ist der Schönheit milder Segen.

Und sagt: Ist wert das Schöne nicht,
gepriesen und geliebt zu werden?
Und ist’s ein Menschenangesicht, -
was gibt es Schön’res wohl auf Erden?