(Genua)

Leise rauschen die Cypressen
In dem Abendwind,
Unter denen Er gesessen,
Er, des Mittelmeeres Lieblingskind.

Immernoch an die Terasse
Wirft die dunkle Flut
Huldigend der Wogen Masse
Wo Andreas Doria geruht.

Und die Stadt, die er gerettet,
Liegt im Abendglanz
An dem süßen Golf gebettet,
Noch bespült von blauer Wellen Tanz.

Und vom Springquell niederschauet
Noch auf Stadt und Meer
Des Neptunus Bild und tauet
Tausendfarb’ge Strahlen um sich her.

In dem Hafen auf der Rhede
Stehn der Schiffe viel;
Aber schauend all’ und jede
Miss’ ich einen edeln, teuern Kiel:

Jene goldene Galeere,
Sagt, wo ist sie hin?
Genueser, sucht im Meere,
Sucht sie auf, des Meeres Königin!

Einst zu mitternächt´ger Stunde
Schwebt sie hafenein,
Und die Schlösser in der Runde
Mit den fremden Bannern stürzen ein.

Und die Fenster am Palaste
Glühn von Blitzen hell,
Und der Schiffe hohe Maste
Neigen sich, und freudig braust die Well’!