Jezt kan ich freylich nichts mehr thun
Als wüntschen und mit Großmuth schweigen,
Da Unglück, Feind und Neid nicht ruhn,
Mich aller Welt geschwärzt zu zeigen.
Vielleicht erscheint einmahl ein Tag,
An dem ich beßer weisen mag,
Wie hoch ich [Leonoren] schäze;
Sie dencke von mir, was sie will,
Ich halte dem Verhängnüß still
Und wüntsche, daß ihr Gott, was ich nicht kan, erseze.

Es machen Fehler junger Zeit
Mein redlich Herz gar oft verdächtig,
Als wär ich aus Geniesligkeit
Der blinden Regung niemahls mächtig;
Doch weil manch Kluger in der Welt
Aus Noth und Übereilung fällt
Und manchmahl große Leute fehlen,
So, hof ich, wird auch dein Verstand
Mich, der ich dir so frey bekand,
Nicht mit der scharfen Straf versagter Freundschaft quälen.

Las, was du giebst, verloren seyn,
Der Himmel kan es wiedergeben
Und, ob gleich tausend Lästrer schreyn,
Mich dennoch aus dem Staube heben;
Die Führung schickt's oft wunderlich.
Es ist nicht rathsam, daß ich mich
Auf Blat und Feder mehr erkläre,
Indem ich schon zuviel gesagt
Und ofenherzig hier geklagt;
Das macht, ich sag's allein der klugen . . . . . [Speere].

Von nun an hoft mein fester Schluß,
Durch einsam und gelehrtes Wachen
Da, wo mich niemand finden muß,
Mein zornig Glücke gut zu machen.
Daß eine Frau von Wiz und Geist
Mich in der Noth mit Huld gespeist,
Das wird die Redligkeit bedencken,
Und würdestu auch achtzig Jahr,
So soll dir doch der Musen Schaar
Mit Recht der Schönheit Ruhm vor allen Mägdgen schencken.

Die Ehrfurcht gegen deinen Werth
Soll unterdes verborgen glimmen,
Weil doch der Pöbel nicht erfährt,
Wie zärtlich kluge Seelen stimmen.
Du magst mich haßen, fliehn und schmähn,
Es wird mir freylich weh geschehn,
Doch soll mich nichts von dir verdrießen.
Zerreiß sogar auch dieses Blat,
Wofern es dich beleidigt hat;
Die Neigung gegen dich bleibt ewig unzerrißen.