So gehn wir nun auf gutes Glücke,
Und keiner weis, womit, wohin;
Jedoch erscheint aus unserm Blicke
Kein unmuthsvoller Eigensinn,
Die Welt ist groß, und Gottes Güte
Reicht auch noch weit;
Drum lacht mein ruhiges Gemüthe
Der vorgeworfnen Dürftigkeit.

Ich höre wohl den Spott der Leute;
Es ärgert sie mein Elendsstand,
Als ob ich auf der faulen Seite
Die Jugend übel angewand.
Die Vorsicht mag das Urtheil richten;
Ich lebe froh
Und dencke, wenn sie was erdichten,
Der blinde Pöbel macht es so.

Natur und Zeit zu meistern suchen,
Zeigt allerdings den gröbsten Thor.
Wer ist so blind und wirft mit Fluchen
Dem Sommer Durst und Hize vor?
Aus eben diesen Grundgesezen
Kommt Wohl und Weh;
Was wir vor Glück und Unglück schäzen,
Das hat die Ursach aus der Höh.

Mein Leben fällt in tolle Zeiten,
Wo niemand mehr als Geld regiert
Und wo nunmehr bey allen Leuten
Die Mode fast den Besten schiert;
Mir aber wallt ein Trieb im Herzen,
Der Freyheit liebt,
Als die mein Geist im Ernst und Scherzen
Sich selber nimmt und andern giebt.

Was schnizt ihr unbesonn'nen Richter
Den Umstand meines Theils nach euch?
So mancher Mensch, so viel Gesichter,
Und doch ist keins dem andern gleich.
Nicht anders ist zum Stehn und Fallen
In Lust und Leid
Bey jeglichem und auch bey allen
Ein allgemeiner Unterscheid.

Immittelst las ich mich nichts irren
Und lebe, wo und wie ich kan.
Die Hofnung darf mich nicht verwirren,
Was Gott bescheert, das steht mir an.
Ich bin ein sehr verfolgt Geschöpfe,
Doch klag ich nicht,
Wenn gleich der Wahn verkehrter Köpfe
Das Ärgste von der Unschuld spricht.

Auch bricht der Abend meiner Tage
Vielleicht noch nicht so bald herein,
Es wird auch nach der längsten Plage
Vor mich ein Ruhplaz übrig seyn.
Das Pilgersdorfer Lustgefilde
Wirft Tröstung zu;
Die Deutung zeigt uns hier im Bilde:
Wir wandeln nach der Armen Ruh.