Fort, o Seele, von der Welt,
Lass das Lazarett der Erden!
Wem ihr Fürnis wohlgefällt,
Mag durch Schaden klüger werden,
Gott und Himmel soll allein
Meiner Sinnen Leitstern sein.

In Ägypten herrscht man nicht,
Gosens Apfel schmeckt zu bitter;
Ihre Blumen, so man bricht,
Sind ein Blendwerk der Gemüter,
Bis man dort in Canaan
Rosenernte halten kann.

Unsers Lebens Wanderschaft
Gibt das Bürgerrecht im Himmel;
Wer sich an der Welt vergafft,
Kriegt vor Körner Staub und Schimmel;
Alle Hoheit dieser Zeit
Ist ein Bild der Eitelkeit.

Schiffer werden auf der See
Von den Stürmen umgetrieben,
Bis die Zeit ihr langes Weh
Durch den Nordstern aufgerieben;
Dies, was uns bestürmen will,
Ist ein Leiden ohne Ziel.

Seufzer sind der teure Zoll,
Welchen wir der Erde geben,
Unser Krug ist selten voll,
Disteln liest man von den Reben,
Tränen mischen unsern Trank,
Dornen pflastern uns den Gang.

Das Vergnügen bringt Verdruss,
Aus der Wollust sproßt der Schmerzen.
Öfters kann der Überfluss
Uns die Freudensaat verscherzen,
Wenn des Feindes gelber Neid
Unkraut auf den Acker streut.

Perlen, die wie Lügen blühn,
Sind der Speichel wilder Fluten.
Lasst den blitzenden Rubin
Auf der Fürsten Scheitel bluten,
Ihre Würde zeiget doch
Des gekrönten Knechtes Joch.

Meine Sehnsucht brennt vor Lust,
Brief und Abschied einzufodern,
Und die schmerzensvolle Brust
Wünscht im Grabe zu vermodern;
Denn die niemals schlafen gehn,
Können niemals auferstehn.

Auf, bestürzter Geist, zu Gott,
Der krönt dich mit Salems Schätzen;
Jesus selbst will durch den Tod
Deiner Last den Grenzstein setzen.
Gib dem, was dich traurig macht,
Nun auf ewig gute Nacht!