Die Pest ergrif den Leib der schönen Flavia,
Der Mund warf Jäscht und Schaum, die Brust geschwollne Beulen,
Die Augen wurden welck, und niemand war mehr da,
Und niemand konte sie mit Kraut und Pflaster heilen.

Ihr treuer Thyrsis kam und warf den treuen Arm
Der Schönen um den Hals, den Stanck und Eiter füllte;
Die Liebe macht' ihm mehr als Angst und Fieber warm,
Daher er in der Schoos die starcke Sehnsucht stillte.

Seht, welch ein Wunderwerck! Die Krancke wird entzückt
Und durch den Perlenthau mit neuer Kraft begoßen;
Sie hebt den schwachen Leib und lacht und hüpft und drückt,
So daß es, wie man sagt, auch selbst den Tod verdroßen.

Und kurz, sie ward gesund. Was thut die Liebe nicht!
Ihr Ärzte, prahlt nicht mehr mit eurem Doctortittel;
Die Kunst, so Thyrsis kan, ist beßer eingericht.
Ihr Mägdgens, lernt und braucht dergleichen Lebensmittel!