(Gestorben am 24. August 1759 nach der Schlacht bei Kunersdorf.)

1. Auch Kleist ist hin! - Laßt weit herum erschallen,
Ihr Musen, um den Oderstrand:
Ein Edler ist im Streit gefallen,
Im Streit für's Vaterland.

2. Sein Heldenblut floß auf die güldne Leier,
Die sonst in seiner Hand erklang,
In die mit kriegerischem Feuer
Er nur von Tugend sang.

3. Kleist ist nicht mehr. - Laßt weit herum erschallen,
Ihr Musen, durch die bange Welt:
Der Musen Liebling ist gefallen,
Ein Menschenfreund und Held.

4. Der Freundschaft Schmerz, die mit bestäubten Haaren
Stumm über seiner Urne weint,
Rührt auch die Feinde: selbst Barbaren
Beklagen einen Feind.

5. Doch ewig Lob erwartet große Seelen,
Die, nur für wahren Ruhm entbrannt,
Den schönen Tod der Helden wählen,
Den Tod für's Vaterland.

6. Sie fliehn empor und werden aufgenommen
In Hütten der Glückseligkeit,
Wo Gustav Adolph hingekommen,
Das Wunder jeder Zeit.

7. Dort ist auch Kleist: hoch über unserm Grame
Und über Sternen geht der Held,
Und Graf Schwerin (ein großer Name!)
Mit Keith und Winterfeld.

8. Auf Friedrich sehn die Helden Friedrichs wieder
Bewundernd, mit besorgtem Blick,
Und flehn für ihn und ihre Brüder
Um Leben und Glück.

9. Sie flehn zu Gott um Frieden für die Erde,
Damit in Ketten ew'ger Nacht
Die Furie gefesselt werde,
Die Deutschland wüste macht,

10. Und bis ihr einst der, dem die Himmel dienen,
Der Gott des Donners widersteht,
Noch unter brennenden Ruinen
Und über Leichen geht.