Dicht über meinem Kämmerlein
Schlägt ein verliebter Ritter
Tief in die stille Nacht hinein
Die Saiten einer Zither.

Er singt dazu; bald Leid bald Lust -
Den Text kann ich nicht fassen.
Nur merk' ich 'was von wunder Brust,
Von Lieben und von Hassen.

Da geb' ich ihm dann meinen Schmerz
Als Text für deine Kehle.
So singt und spielt mein eigen Herz,
Die eigne kranke Seele.

Doch plötzlich wird die Hand ihm müd',
Die Töne sind verklungen,
Ich habe mich in Nachbars Lied
Verirrt und wie versungen.

Hört, hört, Herr Nachbar, fortgespielt!
Wollt Ihr mich so verhöhnen?
Ihr habt die Schmerzen aufgewühlt,
Wer soll sie nun versöhnen?