Auf meines Vaters Wappen stehn
Nicht Helme oder Fahnen,
Allein sein Geist war engelschoen,
Und meiner Mutter Ahnen:
Ein frommes Herz und guter Sinn:
Wohl mir, dass ich kein Fraeulein bin!

Mein Vater scharrte Thaten nur,
Nicht Louisd'or zusammen;
Sein Weib war mild wie die Natur,
Und rasch wie Feuerflammen
Zum Geben, langsam zum Gewinn:
Wohl mir, dass ich nicht reicher bin!

Ein schlaefrig Auge, das bey dir
Zuerst sich aufgeschlossen,
Gab die Natur zur Mitgift mir,
Und tausend Sommersprossen
Statt eines Grübchens in dem Kinn':
Doch gut, dass ich nicht schoener bin.

Waer' ich ein Fraeulein: Koent' ich dich
So sehn und Vetter nennen?
Und waer' ich reich: Wie würd' um mich
Der Durst nach Golde rennen!
Und waer' ich schoen: das Stutzerheer
Macht' endlich eine Naerrinn mehr.

Kein Fraeulein, und nicht schoen, nicht reich,
Ging Eigennutz und Adel
Und Stutzer mir vorbey, denn gleich
Sah jeder meine Tadel.
Nur du allein bliebst vor mir stehn:
Bin ich nicht edel, reich und schoen?