Ampelschatten hüllt vier bebende Lippen.
Der Park wankt, als wühlten Geister drin;
Nachtsturm reißt an den Fensterrippen.
Die dunkeln Lebensbäume schwippen
tief zur verschneiten Erde hin.
Die bebenden Lippen atmen so schwer,
wie Menschen atmen, um nicht zu stöhnen.
Dumpf horcht der Mann nach den heulenden Tönen,
die bald aufhimmeln, bald tierisch röcheln.
Er presst die Adern auf seinen Knöcheln:
das Weib, stumm wie er,
ist ihm zu Füßen vom Divan gesunken:
sie ringt die Finger auf seinen Knien.
Ihre schwangern Hüften umschauern ihn.
Sie stammelt trunken:

So komm doch! nimm mich doch! trag mich weg!
ich will ja blindlings Alles dir geben!
Und wenn’s mich umbringt hier auf dem Fleck,
ich will ja mein eigen Blut hergeben!
Nur schau nicht so grauenhaft tot ins Leben!

Sie klammert sich hoch an seinen Armen
an seine Brust; die hämmert zum Sturmerbarmen.
Er stöhnt. Sie schüttelt ihn: komm! Sie hört
ihn betteln: ja komm! Sie liegt emporgerissen
auf seinen entbreiteten Fäusten mit schwebenden Füßen,
und –: verstört
holen zwei Augen ihr aus den Eingeweiden
eine Nacht von Entsetzen und Weh:

Geh – keucht er – geh!
Dein – sein Kind regt sich zwischen uns beiden!

Er reißt sie an sich, reißt sich los;
der Sturm heult wahre Trauer-Oden.
Komm! ringen vier Hände Schoß an Schoß.
Geh! recken zwei Arme riesengroß
sich zum Stoß.
Zwei Menschen winden sich am Boden.