Und es kam die Zeit,
dass Zarathustra abermals
aus seiner Höhle niederstieg vom Berge;
und viel Volkes küsste seine Spuren ...
Der Jünger aber, der ihn liebte,
stand von ferne,
und der Meister kannte ihn nicht.
Und der Jünger trat zu ihm und sprach:
Meister, was soll ich tun,
dass ich selig werde? –
Zarathustra aber wandte sich
und schaute hinter sich,
und seine Augen wurden weit,
und sagte Antwort:
Folge mir nach! –
Da ward der Jünger sehend
und verstand den Meister
und folgte ihm
und verließ ihn ...
Da er aber seines Weges wanderte,
ward er traurig
und sprach also zu seiner Sehnsucht:
Wahrlich! viele sind,
deren Zunge trieft vom Namen Zarathustras,
und im Herzen beten sie zum Gotte Tamtam;
wahrlich, allzu früh erschien er diesem Volke!
Seinen Adler sahen sie fliegen,
welcher heißt – der Wille zur Macht
über die Kleinen;
und seine Schlange nährten sie an ihrer Brust,
die Schlange Klugheit.
Aber seiner Sonne ist ihr Auge blind,
welche heißt – der Wille zur Macht
über den Einen:
den Gott Ich.
Wiedergeburten feiern sie
und Wiedertaufen ihrer Götzen,
aber Keiner wusste noch
sich selber zu befruchten
und seinem Samen jubelnd sich zu kreuzigen.
Der Du Deine neue Sünde lehrtest,
habe Dank! o dürft' ich dir
dein letztes Wort vom Munde küssen,
du lächelnder Priester des zeugenden Todes!
Aber wir leben,
und mancher Art
sind die Sonnenpfeile
und Blumengifte
des zeugenden Todes!
Ach, dass du Manchem auch zu spät erschienest! –