Doch eine Nacht kommt, da drohn die Weiten;
da hat der Mond Macht. Grausig rein
erleuchtet sein erlauchtes Licht den Hain.
Und das Weib schluchzt auf, wild auf wie vor Zeiten:

Ich trag ein Kind – o Du, von Dir –
ich tu meine Schwachheit auf vor dir!
Du hast meine Seele von mir befreit,
nun kommt leerer als je die Einsamkeit!
Wenn du gehst, und ich taste nach einer Hand
in meiner jammervollen Stunde –

Und sie wirft sich an ihn mit stammelndem Munde,
und mit schmerzgekrümmten Fingern umspannt
seine lahme Rechte sie hart wie Stahl
und rafft sie auf aus ihrer Qual:

Dann lass mein Töchterchen bei dir stehn!
Dann wirst du stark sein! lass sie es sehn!
sehn, wie das Mutterwehe dich schüttelt!
dass sie’s mit heiligem Schrecken durchrüttelt!
dass sie bei Zeiten lernt, sich dem Leben
opferherrlich hinzugeben!
dass unsre Kinder einst einfach handeln,
wo wir noch voller Zwiespalt wandeln,
einfältig lieben oder hassen,
mit ganzem Willen die Welt umfassen,
sich heimisch fühlen selbst zwischen den Sternen
und mit jedem Feuer spielen lernen!
Und wehrt mir der Tod, euch wiederzusehn,
dann lass mich in Dir verklärt auferstehn!
Und lebt dir ein Sohn, dann lehr ihn mit Lachen
aus jeder Not eine Tugend machen!
Und unsre Mädchen, die leite an:
das Recht der Frau ist der rechte Mann!
Allen Beiden aber leg ins Herz
die Macht der Liebe über den Schmerz!

Und es leuchtet wie seines ihr Gesicht.
Zwei Menschen sehn sich eins mit allem Licht.