Nun ist der letzte Funken hingeschwommen,
der um die schwarzen Wipfel noch gespielt, -
im Strome auch der letzte Schein verglommen,
den zitternd noch die Welle hielt.

Tief im Gefild die blauen Nebel schleichen,
vermählen Erd' und Himmel sich im Duft; -
und wiegend tauscht die Pappel ihre weichen
schwermüt'gen Küsse mit der Luft.

Ich fühle lauschend meine Pulse stocken,
als strömt' ich in die Finsternis hinein;
der Nachtwind taucht mir in die feuchten Locken,
und meine Seele schlummert ein. Der Frühling stieg zur Erde nieder:
o helle Lust, o stille Scheu!
Im Herzen regt sich Alles wieder,
so alt vertraut, so selig neu!

So schnell geschah's - kaum kann ich's fassen,
der graue Winter sei nun tot!
Man fühlte sich so glückverlassen,
man liebte fast schon seine Not!

Ach, Seligkeit: es scheint die Sonne!
und schickt der Lenz auch Regen dann:
er weint sich aus von seiner Wonne,
daß er so klarer lächeln kann!

Ich möchte alle Menschen fragen,
ob sie nicht jauchzen woll'n mit mir!
Nein, ganz verschwiegen will ich's tragen!
Ach, Liebchen, nein! ich sag' es Dir!