1. Steh' ich in finstrer Mitternacht
So einsam auf der stillen Wacht,
So denk' ich an mein fernes Lieb,
Ob mir's auch treu und hold verblieb.

2. Als ich zur Fahne fortgemüßt.
Hat sie so herzlich mich geküßt,
Mit Bändern meinen Hut geschmückt
Und weinend mich an's Herz gedrückt.

3. Sie liebt mich noch, sie ist mir gut;
Drum bin ich froh und wohlgemut;
Mein Herz schlägt warm in kalter Nacht,
Wenn es an's treue Lieb gedacht.

4. Jetzt bei der Lampe milden Schein
Gehst du wohl in dein Kämmerlein
Und schickst dein Nachtgebet zum Herrn
Auch für den Liebsten in der Fern'.

5. Doch wenn du traurig bist und weinst,
Mich von Gefahr umrungen meinst;
Sei ruhig! bin in Gottes Hut:
Er liebt ein treu Soldatenblut.

6. Die Glocke schlägt, bald naht die Rund'
Und löst mich ab zu dieser Stund'.
Schlaf wohl im stillen Kämmerlein
Und denk' in deinen Träumen mein!