Thema: Das Schicksal

  1. #1
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    Das Schicksal

    Das Schicksal

    Manchmal beseitigt es die irdischen Sperren,
    eine dunkle trockene ausdruckslose Schattengestalt
    tritt mit ironischem Lachen in Erscheinung.

    Ihre festen, knorrigen Hände ziehen unbarmherzig,
    ein aus gewebten Ereignissmaschen prall gedehntes Netz.
    gefüllt mit dunklen herzabdeckenden Schwämmen.

    Eine Gattung, aus Prüfungen dieser Welt entstanden,
    eine langlebige, zähe, manchmal schwergiftige Art.
    die spärlich nur, durch Zeitenfluss verkümmert.

    Und angemessen verliert das Netz geschrumpfte Inhalte
    Diese fallen in lichttrockene Kammern der Seele.
    Schwämme, die beim Trockenen zu Stein werden.

    Bei jedem deiner stummen Aufschreie: Warum ich ?
    erwacht es aus der Schattenwelt - ironisches Lachen -
    kann dann unter Tränenfluss an Stärke rückgewinnen.
    ...
    ..
    .




    Geändert von horstgrosse2 (30.06.2019 um 11:11 Uhr)

  2. #2
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    Lieber horstgrosse,
    dieser Stein wiegt noch mehr, als mein "Der Stein im Herzen".
    Du benutzt ein Geschütz an Metaphern, um den Schicksalsschlag zu unterstreichen. Das Leid, die Schwere ziehen sich wie ein Faden durch die Strophen und zuletzt die verzweifelte Frage: "Warum gerade ich?"
    Das Schattenwesen verliert sein Lachen nicht, es bleibt unberührt.
    Geweinte Tränen bringen Kraft.
    Die letzte Zeile beeindruckt mich am stärksten, weil ich der Überzeugung bin, dass man weinen sollte, bis keine Tränen mehr fließen - erst dann kann man klarer sehen, auch dem Schicksal ins Auge.
    Du hast den Schicksalsschlag gut umngesetzt und ich bin darin mit Interesse und Nachdenklichkeit eingetaucht.
    Liebe Grüße
    Dana
    Geändert von Dana (05.06.2007 um 14:40 Uhr)
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

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  3. #3
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    Hallo Dana

    Danke für das reinschauen. Dieses Teil hat auch beachtlich mehr Zeit gefressen wie alle anderen, spontanen. Bei diesen hier habe ich geändert, geändert und trotzdem war ich nicht zufrieden. Ich glaube so was kann man nur verstehen wenn man sehr sensibel ist. Diese „Anfälle“ hab ich manchmal. Danke dir fürs reinschauen, bis später.

  4. #4
    Schwirl Guest

    Smile

    Hallo horstgrosse2,

    Nun ich habe Dein gedicht mehrfach gelesen und bei mir bemerkt, das das bei mir eine Traurigkeit hinterläßt. Du beschreibst mir eindringlichen Worten, das kein Mensch gegen das Schicksal etwas machen kann.

    Die Verzweiflung kommt rüber in jeder S.



    Bei jeden deiner stummen Aufschreie: Warum ich ?
    Erwacht es aus der Schattenwelt: Ironisches Lachen.
    Können dann unter Tränenfluss an Stärke rückgewinnen.


    Durch Dein " Warum ich ?"
    und die Antwort gleich danach.. das ironische Lachen aus der Schattenwelt, setzt der Traurigkeit noch eins drauf..

    Durch den letzten Satz:
    Können dann unter Tränenfluss an Stärke rückgewinnen. relativierst du das wieder etwas.

    Bei jeden deiner stummen Aufschreie: Warum ich ?
    Erwacht es aus der Schattenwelt - Ironisches Lachen -
    Können dann unter Tränenfluss an Stärke rückgewinnen.


    ich würde es hier so gestalten.
    Du sagst das Du hier viel geändert hast beim Schreiben, das kenne ich auch bei manchen Gedichten, die liegen dann besonders am Herzen, meine ich.

    Mir gefallen Deine Worte sy.

  5. #5
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    Hallo Syranie


    Danke für dein hineinschauen. Die Änderung könnt ich übernehmen, sieht gut aus. Über das Gedicht möchte ich nichts sagen, es kann sich jeder selbst einen Reim drauf machen. Nur manchmal kommt man ins grübeln, ob alles mit rechten Dingen zugeht. Ok. Bis später.

  6. #6
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    Lieber horstgrosse!

    Ein düster/schauriges Werk, das den Leser umhüllt mit Trauer und Mutlosigkeit.
    Es kommt mir bei meiner momentanen Stimmung gerade recht und frisst sich wie Salz in eine Wunde.
    Ich spüre die morbiden Schwingungen, kann sogar einen modrigen, fauligen Geruch wahrnehmen.
    Wirklich gekonnt umgesetzt und transportiert. Ich danke Dir dafür, zeigt es mir doch, daß es auch Anderen so geht. Wenn man down ist, meint man irgendwie immer, einzig einem allein schlägt das Schicksal so ungebührlich hart.
    Interessant auch, daß ich gerade jetzt auf dieses schon etwas ältere Werk von Dir stoße, denn ich hab erst gestern etwas eingestellt, das mit Schicksal zu tun hat.
    Ich möchte Dir mein Kompliment hierlassen.

    Bevor die Korinthenkackerin sich wieder vom Acker macht, wie üblich, meine Mäkelei..
    Diverse Schreibfehler hab ich schon verbessert.
    Satzzeichen ebenfalls, da sie entweder konsequent durchgezogen sein sollten oder aber konsequent weggelassen.

    Manchmal beseitigt es die irdischen Sperren,
    eine dunkle, trockene, ausdruckslose Schattengestalt
    tritt mit ironischem Lachen in Erscheinung.

    Ihre festen, knorrigen Hände ziehen unbarmherzig,
    ein aus gewebten Ereignissmaschen prall gedehntes Netz,
    gefüllt mit dunklen, herzabdeckenden Schwämmen.

    Zu Z1: der Bezug liegt auf: die Schattengestalt

    Eine Gattung, aus Prüfungen dieser Welt entstanden,
    eine langlebige, zähe, manchmal schwergiftige Art,
    die spärlich nur durch Zeitenfluss verkümmert.

    Und angemessen verliert das Netz geschrumpfte Inhalte.
    Diese fallen in lichttrockene Kammern der Seele.
    Schwämme, die beim Trocknen zu Stein werden.

    oder es sollte heißen: die im Trockenen....?

    Bei jedem deiner stummen Aufschreie: Warum ich ?
    erwacht es aus der Schattenwelt - ironisches Lachen -
    kann dann unter Tränenfluss an Stärke rückgewinnen.

    Z3: das 'kann' bezieht sich auf 'erwacht es'....daher Singular.

    Sorry über die Moserei.. ..aber Du kennst mich ja und verzeihst mir sicher..
    Außerdem seh ich gar net ein, daß ein inhaltlich so gelungenes Werk durch so banalen Fehlerchen an Lesequalität einbüßt.

    Ganz liebe Grüße und einen schönen Sonntag
    von Lailany

  7. #7
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    Meine kleingrüne saure Kiwifrucht

    Ich liebe Korinthenkacker solange sie berechtigt sind, deine sind es. Außerdem hat sich der Horst so ein EGAL-Hemd drübergezogen, das ist wie ein Filter oder Schild gegen Inhalte und Worte die so was von belanglos sind.
    Ich denke mal ich kann dich gut einschätzen, du bist Hilfe, kein Nerventod, das entnehme ich deinem Schreiben.

    Ich danke dir für die Fehleranzeige, vielmehr aber darüber das du vom Inhalt etwas aufnehmen bzw. deuten konntest. Nein ich verurteile dich nicht als Krümelkacker, dafür strahlen deine Worte etwas ganz anderes aus.

    Ich werde mich gleich dran machen die Fehlerchen zu übermalen, ich danke dir und wünsche dir den Atem des Glücks der dich heraushebt aus dem Loch. Bis später.

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