Thema: Karriere

  1. #1
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    Karriere

    KARRIERE

    Lieschen wollt´ sich profilieren,
    sprach: Man, habe ich das satt!
    Tat sich auch nicht lang genieren,
    schnitt sich ihre Haare ab.

    Zog sich Ringe durch die Nase,
    schmierte Farbe in das Haar,
    brachte sich dann in Ekstase.
    War gerade achtzehn Jahr.

    Weil sie keine Pomeranze,
    deshalb zog sie in die Stadt,
    in die Stadt, die die Romanze
    für die jungen Mädchen hat.

    Jetzt schwebt sie in höh´ren Sphären,
    habe ich von wo gehört,
    hat inzwischen schon zwei Gören,
    die Herr Storch ihr hat beschert.

    Lieschen lebt nun vom Sozialamt und von Freiern
    und vom Strich
    sie ernährt den Sohn von Meiern,
    denn der arbeitet ja nich'.

    Lieschen sagt: Was soll ich machen?
    Ich hab das ja so gewollt.
    Dabei kann sie kaum noch lachen.

    Jetzt das Lieschen mit sich schmollt.

    f.f.
    gun
    Mein 2. bis 22. Buch MENSCH MEIER könnt ihr kostenlos, auch als e-book, über meine eigene Homepage (siehe mein PROFIL) laden.

  2. #2
    Eddigeh Guest
    Hallo gun,

    da hast du ein bitterböses Stück geschrieben, das nur bedingt in diese Rubrik gehört. Darüber zu lachen, fällt schwer, aber es ist gut.

    Allerdings schreit es nach einer Überabeitung, finde ich. Das hast du zu schnell hier eingstellt. Ich konnte nicht anders, als an deinem Stück zu werkeln.


    Lieschen wollt´ sich profilieren,
    sprach: Man, habe ich das satt!
    Tat sich auch nicht lang genieren,
    schnitt sich ihre Haare ab.

    Zog sich Ringe durch die Nase,
    schmierte Farbe in das Haar,
    brachte sich so in Ekstase.
    War mal grade achtzehn Jahr.

    Wollte keine Pomeranze
    sein, so zog sie in die Stadt.
    Hoffte dort auf die Romanze,
    hatte dieses Dorf so satt...

    Jetzt schwebt sie in höh´ren Sphären,
    habe ich von wo gehört,
    hat inzwischen schon zwei Gören,
    um die sich kein Vater schert.

    Lieschen lebt von Stütze, Freiern.
    Jetzt auch noch vom Straßenstrich.
    Sie ernährt den Sohn von Meiern,
    denn der arbeitet ja nich'.

    Lieschen sagt: „Was soll ich machen?
    Wollte glücklich sein und froh.“
    Doch kann momentan nicht lachen,
    kotzt ja grad ins Herrenklo.


    Nun ist es noch eine Spur zynischer gworden, aber ich finde, das könnte passen.
    dies sollte kein Verbesserungsvorschlag werden. Nimm es einfach als meine Version/Interpretation deines Stückes.

    Sehr gern gelesen und dran gewurschtelt

    eddigeh
    Geändert von Eddigeh (18.10.2007 um 11:20 Uhr)

  3. #3
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    hahaha - mir Ollem bleibt das Lachen n i c h t im Hals stecken! Dolle Moritat. Die Verbessrungsvorschläge von eddigeh sind superb.
    Aber: Mann oh Mann, schreib das "Man" bitte mit zwei "n".

    Bin höchlichst amüsiert: Cyparis (Senffaßinhaber)
    Quos Ego! Omnia vincit Amor

  4. #4
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    Sep 2007
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    262
    So wird aus gutem Anbeginn,
    verpfuschtes Leben ohne Sinn
    Und wars von vornherein nicht klar,
    daß Meier mit im Spiele war?
    So kanns nur enden mit dem Manne.

    Ich hau Dich zu gern in die Pfanne.
    LG
    Fraya

  5. #5
    Registriert seit
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    3.986
    Lieber Günter,
    Zille sein Milljöh par excellence! Wunderbar ulkig erzählte Geschichte mit traurigem Hintergrund.
    Eddigehs Vorschläge solltest Du Dir vielleicht mal vornehmen.
    Mir gefällt auch Deine Version sehr gut, sie liest sich schön flüssig und ist auch ohne Mundart Berlin wie es leibt und lebt.
    Grinsende Grüße,
    Medusa.

  6. #6
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    Hallo, besonders Eddigeh, Cyparis, Fraya (notorische Altersketzerin), Medusa.
    Toll, wie ihr das verbessert und beurteilt habt. Danke. Jetzt gefällt es auch mir besser!
    Ich kann das sehr schwer. Selbst wenn ich es später noch mal lese, verfalle ich wieder in das alte Denkschema.
    Wünsche mir weiterhin so positive Kritik.
    L.G.
    Günter.
    Mein 2. bis 22. Buch MENSCH MEIER könnt ihr kostenlos, auch als e-book, über meine eigene Homepage (siehe mein PROFIL) laden.

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