1. #1
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    Schwanengesang

    Grafik.

    Schwanengesang
    *gewidmet*



    Dort, wo uns der Frühlingswind zusammenführte,
    gießt sich stets das Rot des Morgens in den Weiher.
    Uns’re Schwingen sind der zarten Liebe Schleier,
    unter dem dein Blick den meinen einst berührte.

    Dann, wenn ich den weiten Horizont ergründe,
    sehe ich trotz aller Ufer keine Grenzen,
    die wir nehmen würden, mit beschwingten Tänzen,
    bis ich dir vom Anbruch neuer Freiheit künde.

    Dort, wo uns’re Herzen still im Einklang schlugen,
    wurden Wellentakte zu Unendlichkeiten.
    Wir im Zentrum trotzten selbst den Winterzeiten,
    die wir unter aufgespannten Flügeln trugen.

    Dann, wenn Schwanensänge durch die Lüfte hallen,
    fühle ich, als lege sich dein Kopf an meinen,
    um mir wortlos beizupflichten auch zu weinen,
    damit deine Tränen nicht alleine fallen.

    Hier und jetzt - ich sah dich in den Fernen schwinden -
    will ich dir mein letztes Schwanenlied nun singen,
    auf dich hoffend, meinen Wunsch ans Ufer bringen,
    meine Ruhe dann im Schlafmohnfeld zu finden.

    .
    Geändert von Anti Chris. (03.11.2007 um 11:49 Uhr)
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  2. #2
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    Verschoben. Und bitte kürze doch noch Deine Signatur, wie ich Dich schon bat.

  3. #3
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    Hallo LaVell,

    danke, dass du dich mit dem Gedicht befasst hast
    du zeichnest hier ein wildromantisches Gemälde zweier Schwäne, die auf unglückselige Weise von einander getrennt sind. Ich hoffe, das richtig erkannt zu haben.
    Ja, den Inhalt hast du gut erkannt. Nun würde mich noch interessieren wie du diesen interpretierst

    Was mir aber sofort auffällt, sind die die Strophenanfänge. Du beginnst
    oft mit dort, und dann,. Ich bin mir zwar nicht sicher, aber wäre es nicht einfacher gewesen, du hättest deine Zeilen jambisch begonnen?
    In S4 leitet ein Betonungsfehler damit ohnehin die Zeile unbetont ein.
    Ja, ausgenommen, der letzten Strophe beginnt jede andere mit einem "dort" oder "dann". Der Jambus wäre bestimmt einfacher; ich meine aber nicht von seiner Benutzung her, sondern von der Atmosphäre, die er erzeugt.
    Ich habe hier den Trochäus aufgrund seiner Schwere gewählt. Das sich wiederholende "dort" und "dann" soll die Rückbesinnung und das Sehnen nach einer Zeit, in der die Schwäne vereint sind, ausdrücken. Es verstärkt also das folgende "wo" und "wenn".

    Der Betonungsfehler, nunja, ich will nicht sagen, dass ich ihn absichtlich gesetzt habe und da ich sonst ein Verfechter des reinen Metrums bin, sollte ich mir wohl selbst Asche über mein Haupt schütten^^ Ich geb's ganz offen zu: Ich habe einfach keine elegantere Lösung gefunden, die die erwünschte Aussage nicht verfälscht oder den Satz hässlich verdrehen würde.

    Was deine Konvertierung in den Jambus betrifft, halte ich es doch für sehr schwierig, das gesamte Gedicht jetzt umzuschreiben, zumal es ja nicht meine Intention war, das Gedicht allzu leicht klingen zu lassen.
    Man könnte nun fragen, warum ich dann weibliche Kadenzen benutzt habe, da männliche doch sicher eher dafür geeignet werden, aber ich möchte keine Interpretationen vorweg nehmen.
    dann fühle ich: Dein Kopf legt sich an meinen
    Wenn ich den Vers so schriebe, erzählt er etwas komplett anderes. Bei mir fühlt der Schwan, als WÜRDE sich der Kopf des anderen an seinen legen, er tut es aber nicht; wie auch, er ist ja nicht da.
    Hierzu noch eine Frage:
    meine Ruhe dann im Schlafmohnfeld zu finden
    Ist der Schlafmohn hier wörtlich zu nehmen und der Schwan kann nur noch im Opiumrausch seine Ruhe finden?
    Nein, so wörtlich bitte nicht
    Ich wollte damit nur vermitteln, dass der Schwan von selbst keine Ruhe finden kann, er muss sich zwingen, muss gezwungen werden.
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