1. #1
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    Winterprinzesschen

    Winterprinzesschen


    Wie neugeboren liegt die Welt
    in dickes Winterweiß gepackt,
    von Segenswünschen guter Feen
    und tiefem Himmelsblau bedacht.

    Der Wind hält seinen Atem an
    und huscht davon auf Zehenspitzen.
    Geweckt vom ersten Sonnenstrahl,
    versucht die Erde scheu zu blinzeln.

    Die Sonne hat als Taufgeschenk
    Besonderes sich ausgedacht
    und bringt am weißen Kleid aus Schnee
    sogleich ihr Glitzerfunkeln an.

    Wie ein Prinzesschen sieht sie aus
    in diesem kostbaren Geschmeide,
    worum so manche stolze Braut
    sie sicherlich zu Recht beneidet.


    Geändert von monalisa (09.12.2007 um 16:25 Uhr)

  2. #2
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    Hallo monalisa,

    dass du in deinem "Winterprinzesschen" fast durchgängig assonantische Endreime verwendet hast (an einer Stelle ist dir ein reiner Reim hineingerutscht) hat mich etwas länger bei deinem schönen Wintertext verweilen lassen.

    Einige Anmerkungen:

    Winterprinzesschen


    Wie neugeboren liegt die Welt
    in dickes Winterweiß gepackt
    von Segenswünschen guter Feen( "von" kannst du hier nicht auf die letzte Zeile beziehen - ist grammatisch falsch)
    und tiefem Himmelsblau bedacht.

    Der Wind hält seinen Atem an
    und huscht davon auf Zehenspitzen.
    Geweckt vom ersten Sonnenstrahl,
    versucht sie neugierig zu blinzeln.("neugierig" muss hier entgegen der Normalbetonung betont werden, was als Fußfessel wirkt)

    Die Sonne hat als Taufgeschenk
    sich was Besondres ausgedacht
    und auf dem weißen Kleid aus Schnee
    ihr Glitzerfunkeln angebracht.( gedacht-gebracht ein reiner Reim; wie kannst du nur...wie kannst du nur )

    Wie ein Prinzesschen sieht sie aus
    in diesem kostbaren Geschmeide,
    worum so manche stolze Braut
    sie sicherlich zu Recht beneidet.

    Gruß
    Woitek

  3. #3
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    Liebe monalisa,

    was für ein schönes Naturgedicht!
    Deine Zeilen erwecken in mir ein Bild von einem wundervollen Wintertag, sonnig, blauer Himmel, Schneeglitzereien...

    Mir ist dasselbe aufgefallen wie Woitek, was aber bei mir nicht unbedingt für Kritik sorgt
    Leider habe ich für Z3 in S1 keine Idee...und neugierig betone ich eben neugierig

    Sehr gern gelesen und mit dir der Winterprinzessin zugeschaut.

    Lieben Gruß,
    katzi
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  4. #4
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    Hallo ihr Lieben, Woitek und supukatzi

    danke für eure netten Kommentare. Es freut mich natürlich sehr, dass mein Prinzesschen bei euch auf Gegenliebe gestoßen ist.

    Ich denke doch , dass „von“ auch grammatikalisch möglich ist, wenn man „bedacht“ im Sinne von überdacht (beschützt) versteht, oder irre ich da? Ich fand gerade diesen Doppelsinn des Wortes so reizvoll!
    Und „neugierig“ betone ich eindeutig auf „neu“ - bin ganz erstaunt, dass es irgendwo anders sein soll? Was den reinen Reim angeht, der ist mir wirklich passiert und ich hab's nicht über's Herz gebracht, ihn wieder zu entfernen. Ist halt auch nicht ganz perfekt, das Winterprinzesschen, aber trotzdem ein liebes Kind. Habt Dank dafür, dass ihr euch so eingehend mit meinen Zeilen beschäftigt und mir eure Überlegungen mitgeteilt habt.

    Ganz liebe Grüße,
    monalisa

  5. #5
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    Der Wind hält seinen Atem an
    und huscht davon auf Zehenspitzen.
    Geweckt vom ersten Sonnenstrahl,
    versucht sie neugierig zu blinzeln.
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx
    xXxXxXxX
    xXxXxXxXx oder xXxXxxXXx neugierig

    Liebe mona,
    es hakt da wirklich ein bisschen und ich habe oben in meinem ersten Post die Betonung nur halb gesetzt.
    Das bloß mal noch so zur Info

    Viele dezemberstürmische Grüße,
    katzi
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  6. #6
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    Liebe monalisa,

    leider bin ich ja z.Zt. ja ausgesprochen selten hier, wollte auch jetzt nur mal schnell in einige neue Werke mir lieber Autorinnen und Autoren hineinschnuppern ohne zu kommentieren. Dieses hier finde ich aber so reizend und stimmungsaufhellend (was ich momentan echt gebrauchen kann), dass ich nicht umhin kann, Dir dies schnell zurückzumelden. Es gefällt mir wirklich sehr.

    Das "von" hat mich beim ersten Lesen nicht gestört und ich finde Deine Vorstellung von "bedacht" wunderbar. Aber auch ich bin über das "neugierig" gestolpert, Katzi hat ja inzwischen schon erklärt, was da hakt. Eine Lösung könnt sein:

    Der Wind hält seinen Atem an
    und huscht davon auf Zehenspitzen.
    Geweckt vom ersten Sonnenstrahl,
    fängt sie mit Neugier an zu blinzeln.

    Nicht so recht gefallen will mir das "was Besondres" in der folgenden Strophe, muss ich sagen. Sie klingt in diesem so lieblichen Gedicht etwas zu "schnoddrig", finde ich. Der einzelne reine Reim stört mich zwar auch nicht wirklich, aber er fällt schon auf. Auch hierfür hatte ich spontan eine Idee, bin mir aber nicht sicher, ob sie richtig passt. Was hieltest Du von:

    Die Sonne hat als Taufgeschenk
    Besonderes sich ausgedacht:
    Nun wird das weiße Kleid aus Schnee
    vom Glitzerfunkeln überstrahlt.

    Wie ein Prinzesschen sieht sie aus
    in diesem kostbaren Geschmeide,
    worum so manche stolze Braut
    sie sicherlich zu Recht beneidet.

    Soviel zu meinem Intermezzo auf .com. Musste mich gerade schon mehrfach unterbrechen, ist leider nicht viel Zeit für Lyrik in meinem Leben, momentan. Mal sehn, wann ich mich wieder melden kann. Liebe Grüße

    the witch

    edit: Sehe gerade Deine Verbesserung, die Ferdis Kritik aufnimmt und auch das "neugierige" Problem beseitigt. Viel besser! Noch 'nen Gruß.
    Geändert von the witch (07.12.2007 um 20:14 Uhr)
    .........................................
    Kindlein, liebt euch, und wenn das nicht gehen will, lasst wenigstens einander gelten. (J.W.Goethe)

  7. #7
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    Hallo, ihr Lieben, supikatzi @ ferdi @ with

    Mit „neugierig“ habt ihr natürlich recht und mit allem anderen auch. Ein bisschen hab ich schon ausgebessert (hoffentlich!) aber mit dem „reinen Reim“ und der letzten Strophe („sie“) bin ich noch nicht nicht ganz im Reinen!

    Vielen Dank euch dreien und liebe Grüße,
    monalisa

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