1. #1
    Glorfindel Guest

    Das wachsende "Fremdwörterlexikon" der Lyrik

    Hallo liebe Dichterfreunde,

    hier soll ein "Frendwörterlexikon" für lyrische Begriffe entstehen.
    Hierbei geht es vor allen Dingen um Begriffe, die in Kritiken oft
    verwendet werden und aus den Bereichen Verslehre, Rhetorik, Tropen,
    etc., stammen.

    Das Prinzip des Fadens ist einfach.

    Jemand der sich "kompetent" genug glaubt, sucht sich ein Begriff aus, den er
    so einfach wie möglich und so ausführlich wie nötig zu erlären versucht (z.B.
    Jambus, Trochäus, Enjambement etc.). Kleine Beispiele sind erwünscht.

    Um Überschneidungen zu vermeiden, wird ein Diskussionsfaden eingerichtet,
    in dem die Verfasser ihre Begriffserkläung anmelden. Dieser Faden soll auch
    als Diskussionsplattform dienen, um eventuelle Fehler oder Lücken in den
    Beiträgen aufzuzeigen. Jegliche Diskussion muss mit einem Konsens mit dem
    verfasser abgeschlossen werden, da nur der Verfasser seinen Beitrag
    editieren kann. Ich will sagen, bringt dem Verfasser etwas Respekt
    entgegen, wenn ihr mit ihm in Diskussion tretet.


    Jeder Verfasser hat 4 Wochen Zeit seinen angemeldeten Begriff zu erklären.
    Verfällt diese Frist, ist der Begriff wieder freigegeben.
    Es muss keine perfekte Begriffserklärung sein; doch die
    Kompromissbereitschaft für eine Überarbeitung sollte vorhanden sein.

    Ein Anmeldung ist aber nur notwendig falls das Verfassen einer Begriffserkläung
    einen längeren Zeitraum einnehmen sollte.



    Ich werde die Beiträge verlinken und alphabetisch ordnen.

    Wenn viele sich beteiligen, wird somit ein hübsches, anfängerfreundliches
    "Fremdwörterlexikon" entsteht, welches Kritikern bei ihren Kritiken helfen
    soll, sich verständlich zu machen und Anfängern/Fortgeschrittenen das Verständnis für
    Lyrik zu erleichtern.

    Ich denke das wars für erste und ich wünsche uns viel Spaß beim
    Verfassen und Diskutieren.

    Glorfindel
    Geändert von Glorfindel (28.01.2008 um 10:05 Uhr)

  2. #2
    Glorfindel Guest
    Inhaltsverzeichnis

    A
    B
    C
    D
    E
    F
    G
    H
    J
    Jambus
    K
    Kadenz
    L
    M
    N
    O
    P
    Q
    R
    S
    T
    U
    V
    Versfuß
    W
    X
    Y
    Z

    Geändert von Glorfindel (10.12.2007 um 22:24 Uhr)

  3. #3
    Glorfindel Guest

    Jambus

    Als Jambus bezeichnet man einen Versfuß. Auf eine kurzen, unbetonten Silbe folgt ein lange, betonte Silbe.

    Im Jambus verfasste Worte: verliebt, erzeugt, gesehn

    Beispiel eines vierhebigen Jambus: „Das Leben folgt mir ohne Hast

    Vier betonte Silben in einer jambischen Zeile nennt man vierhebigen Jambus.

    Nehmen wir dazu mal ein Beispiel von Schiller:

    Ich drehe mich auf einer Scheibe

    Ich drehe mich auf einer Scheibe.
    Ich wandle ohne Rast und Ruh.
    Klein ist das Feld, das ich umschreibe,
    Du deckst es mit zwei Händen zu.
    Doch brauch ich viele tausend Meilen,
    Bis ich das kleine Feld durchzogen,
    Flieg ich gleich fort mit Sturmes Eilen
    Und schneller als der Pfeil vom Bogen.

    [...]

    Links , die dieses Thema behandeln:
    Metrik und Formen (satchmo)
    Deutsche Metrik - für Anfänger (cascardian)
    Geändert von Glorfindel (05.12.2007 um 12:55 Uhr)

  4. #4
    Glorfindel Guest

    Versfuß

    In der Lyrik wird ein Vers in Einheiten
    aus mehreren Silben untergliedert. Eine einzelne dieser
    Silben-Gruppen wird als Versfuß bezeichnet. Das heißt
    der Versfuß ist die kleinste metrische Einheit.

    Die bekanntesten Versfüße heißen Jambus, Trochäus,
    Daktylus und Anapäst.

    Des Verses Füße sind gar viele.
    ------------------------------
    Vers

    Des Ver | ses |ße sind | gar viel | e.
    --------
    ------------------------------
    Versfuß_Versfuß__Versfuß_Versfuß

    Der Versfuß im Beispiel ist ein Jambus.

  5. #5
    Iranoctis Guest

    Kadenz

    Hinter dem Begriff Kadenz versteckt sich der Klang am Schluss eines Gedichtverses.

    Man unterscheidet zwischen männlicher(stumpfer) und weiblicher(klingender) Kadenz.

    Eine männliche Kadenz ist gegeben, wenn die Betonung auf der letzten Silbe eines Verses liegt, z.B.

    "Tunkt die Feder schon geschwind."
    X x X x X x X

    Bei eienr weiblichen Kadenz folgt dementsprechend noch eine unbetonte Silbe, z.B:

    "Sie wollen nicht in Frieden gehen."
    x X x X x X x X x

    Eine Sonderform der Kadenz ist die gleitende(reiche) Kadenz. Es handelt sich um eine gleitende Kadenz, wenn die letzten beiden Silben unbetont sind.
    Geändert von Nachteule (19.02.2015 um 00:17 Uhr) Grund: gleitende Kadenz korrigiert.

  6. #6
    Registriert seit
    Nov 2010
    Ort
    Im nächtlichen Wald
    Beiträge
    9.227
    Mir ist aufgefallen, dass die gleitende Kadenz falsch erklärt wurde. Auch wenn das ein etwas älterer Faden ist, finde ich es wichtig, dass es verbessert wird.

    Was hier erklärt wurde ist der Schlagreim, bei dem sich zwei aufeinanderfolgende Wörter reimen.
    Die gleitende Kadenz bezeichnet ein Versende, bei dem nach der letzten betonten Silbe zwei unbetonte Silben folgen. Das letzte Wort eines Verses müsste also zum Beispiel "folgender" oder ähnlich heißen.
    Geändert von Nachteule (19.02.2013 um 19:08 Uhr)
    Meine Sydnatur:
    Greis und Greisin miss u <3
    Hier stehe ich! Ich kann nicht anders! Gott helfe mir! Amen!
    (Der Buchstabe)
    Du verstehst Nachteules Kommentar nicht? Lyrisches Lexikon der Nachteule; für Einsteiger: der Kommentarfaden; wenn dir ein Kommentar besonders gefällt, kannst du ihn zur Kritik des Monats nominieren
    Drama: Das Gericht; Prosa: Fernreise als Kurztrip, Krieg im Frieden, Die Tote

  7. #7
    Registriert seit
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    Ort
    Bremen
    Beiträge
    2.722
    Hm, die Ersteller bzw. die Poster in diesem Thread sind ja nicht mehr auf dotcom. Ändere du es doch, ich bestätige deine Korrektur
    Aktuelles: Narrenprinz , Scherbenprinz , Blutprinz, Sternenprinz
    Hilfreiches: Lyrisches Lexikon | Kommentar gefällig?
    Eigenes: Meine Werke | Meine Favoriten (aktualisiert: 16.01.13)
    © Christian Glade

  8. #8
    Registriert seit
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    Dann müsste ich mir aber nen daktylischen/anapästsichen Vers aussuchen/denken... Jeder der sich dafür interessiert, wird das m.E. sehen... oder du gibst mir einen Vers, dann füge ich es ein.
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