1. #1
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    Ganz allgemein

    Man muss sich auch verzeihen können,
    wenns nicht so läuft, wie erst bedacht.
    Man kann sich eine Mieze gönnen,
    braucht man Miau in finstrer Nacht.

    Das heißt schließlich nicht fremd zu gehn;
    das alles bliebe wohl nur Traum.
    Doch lässt er sich nicht übersehn,
    du siehst ihn stehn. Den Katzenbaum.
    Geändert von Volker LL (12.12.2007 um 14:47 Uhr)
    Falten sind es, die die Stirn haben sich auf derselben zu zeigen. H. E.

  2. #2
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    hallo volker,
    die erste strophe ist rund, in sich geschlossen und könnte eigentlich für sich als fertiger gedanke stehen.
    mit der zweiten komme ich nicht klar: wenn ich mir "eine mieze gönne", ist es doch kein traum geblieben...
    oder versteh ich das ganze falsch?
    ...dann klär mich auf,
    liebe grüße
    fragbert

    ps: unsere katze lebt im schuppen, die lass ich nicht im haus - soll sich in freier natur kratzen...

  3. #3
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    Hi Putzbert.
    Tut mir wirklich Leid, dass deine Katze Schuppen hat.

    Grinsende Grüße
    vom
    Rheinfall!
    Falten sind es, die die Stirn haben sich auf derselben zu zeigen. H. E.

  4. #4
    Eddigeh Guest
    Lieber Volker

    Ein sehr interessantes Werk aus dem Tierreich - jedoch keine Fabel - dass wohl zum Ausdruck bringen will, wie ambivalent das Leben eines einsamen alten Katers sein kann. Er streicht um die Häuser, immer auf der Suche nach einer Partnerin, der er ewig treu sein möchte. Dieses, für die Gattung der Hauskatzen völlig untypische Verhalten bringt den Kater in eine schwere Identitätskrise. Ja, auch er, der ständig Suchende nach Geborgenheit, ehelicher Treue und vorweihnachtlichem Frieden ahnt, dass es seine Bestimmung ist, sich fortzupflanzen, koste es was es wolle, um seine Gene an die nächste Generation weiterzugeben. Aber darf er dass? Wo er doch nicht der üblichen Katzennorm entspricht? Er, der Liebe und Treue sucht? Nun bricht es in ihm hervor: „Ja! Ich darf es! Ich darf mir eine Mieze nur für eine Nacht gönnen. Es kann kein Fremdgehen sein,“ erkennt er, denn noch hat er ja keine feste Partnerin. Sehr wohl betrügt er aber sich selbst und dies wird ihm auch bewusst. Denn: Plötzlich sieht er ihn stehen, den Katzenbaum. Jawohl, unübersehbar brennt er sich in sein Gewissen. Dieser Katzenbaum, Symbol für trautes Heim, für heimeliges schärfen der Krallen. Es fällt ihm wie Flöhe aus dem Fell: Es darf nur ein Traum bleiben. Solange er nicht die Mieze seines Lebens gefunden hat, muss er enthaltsam leben. So ergibt er sich dem Schicksal, sucht sich einen Jutesack, den ein herumstreunender Nikolaus verloren hat, packt fünf Kg steinharte Aachener Printen sowie sich selbst hinein und ersäuft sich im Rhein. Allerdings nicht, ohne vorher noch ein kleines, nicht weihnachtliches Abschiedslied zu klagen:

    Oh Katzenbaum, oh Katzenbaum,
    wer hat dich in den Krallen
    was ist da auf dem Hosensaum?
    Das tut mir nicht gefallen...

    Ich hoffe, ich liege mit meiner Interpretation halbwegs richtig. Alles Andere käme mir aber nicht logisch vor.

    Liebste Grüße

    eddigeh
    Geändert von Eddigeh (12.12.2007 um 13:49 Uhr)

  5. #5
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    Norbert hat 'nen Miezen-Schuppen
    Ich staune und sag "uff"
    So ein Bauwerk voller Puppen
    heisst bei uns hier Puff

    Bei Eddi sehe ich hingegen
    dort, wo sonst das "Teil"
    einen Katzenbaum sich regen
    ist er Miezen-geil

    Mensch, wo bin ich hingeraten
    Hier geht's rund wie's Tier
    Geh' mir jetzt ein Schnitzel braten
    Und lass Grüsse hier

    Jürgen
    Oh lodernd Feuer! (Nero in Quo vadis)

  6. #6
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    Mensch Eddi!
    Tuten tuen Autos.
    Jedoch kein halbswegiger Dichter!
    Erschrocken, doch mit fröhlichen Weihnachtswünschen,
    Volker

    Nun zu Dir, verehrter Jürgen.
    (Das mit dem Schnitzel scheint keine schlechte Idee).
    Hätte ich eventuell selbst drauf kommen können,
    jedoch war ich von eigenen Versen befangen.
    Wie im Übrigen norbert seinen Lebensunterhalt verdient, geht mich sicherlich nichts an. Mir persönlich hat er noch keine "Damen" preisgeboten.

    Was Eddi angeht erbitte ich Differenz.
    Der hört nicht so gut...
    (Doch liest er ganz redlich)

    Danke Jürgen, JoteS.
    Es war mir ein ehrliches Vergnügen!
    Volker
    Falten sind es, die die Stirn haben sich auf derselben zu zeigen. H. E.

  7. #7
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    Liebe(!)
    diechallenger
    ich wünsch dir noch einen ganz anderen Kater...

    Mit freundlichen Vergrüßungen,
    Der Rheinfall!
    Falten sind es, die die Stirn haben sich auf derselben zu zeigen. H. E.

  8. #8
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    Lieber Volker,
    Mannomann, was kann Mensch so alles in acht Zeilen interpretieren! Ich glaub, ich hab es genau so verstanden, wie Du es gemeint hast, als einen hinterhältigen Ulk nämlich! Ich sehe überhaupt keinen Zusammenhang mit einer Katze oder einem Kater, für mich sind das Metaphern, besonders der Katzenbaum! Der ist überaus lustig! Achso: Die Mieze in der Nacht, wenn der Knabe Miau braucht - herrlich!
    Oder habe ich wieder einmal ein Brett vorm Kopp?
    Etwas verwirrte Grüße nach Kölnchen,
    Medusa.

  9. #9
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    Liebste Meduse.
    Vollkommen richtig verstanden.
    Kölnchen jedoch ist eine Frechheit!
    Da Du jedoch total verSpreet bist, sei es hingenommen.
    Hier Rheint es!
    Fall auf Fall!
    Deinereiner
    Falten sind es, die die Stirn haben sich auf derselben zu zeigen. H. E.

  10. #10
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    Hei, Rheinfall -

    ich bin ja sooo naiv!
    Ich hab alles wörtlich genommen, da ich ein Katzen/Kater-Fan bin und auch einen Katzenbaum hatte.
    Kam ich nachts ins Wohnzimmer auf der Suche nach Gesellschaft: sie waren da mit Raunz, Schnurr und Miau.
    Wie man sich verhauen kann!
    Ich werd das Gedicht aber einfach immer mit m e i n e r Intention lesen, so hat es mich angesprungen.

    Burr-Burr-Schnurr von Cyparis

  11. #11
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    Lieber Rheinfall,

    "Man muss sisch auch wat jönne könne,
    denn wenn schon Kölle, dann oha!"
    So spricht nicht nur der kölsche Männe,
    doch ob dat allet stimmt, nun ja.

    Es trägt das Miezengönngeschäft
    auf gönnerhafte Herrenweise
    sich selber ein ins Lebensheft:
    "Es kostet alles seine Preise."

    Wer fremd geht, geht ja zu sich selber,
    doch weiß das immer noch keine Schwein.
    So wird man auch vor Neid nicht gelber,
    ob seines Nachbarn Heilgenschein...

    Rheingauer Rieslinggrüße
    vom usseligen crux

  12. #12
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    Hab mir wieder angegrinst.
    Als Kölner.
    Zugeben werde ich natürlich
    nichts.
    Danke crux!
    Grüße aus der heimlichen Hauptstadt!
    Volker
    Falten sind es, die die Stirn haben sich auf derselben zu zeigen. H. E.

  13. #13
    Eddigeh Guest
    @ Cyparis

    wir müssen uns unserer Naivität nicht schämen. Wie wir wissen, liegt Köln am Rhein und damit nur knapp über dem Meeresspiegel.

    LG eddigeh

  14. #14
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    Münster jedoch,
    liegt weit drunter.
    Na, und von Selm wollemer ja jarnicht erst reden.
    Oder?
    Ach Eddie.
    Du bist ein faktischer Frechdachs.
    Genieße...

    Schreibt der Rhein.
    Falten sind es, die die Stirn haben sich auf derselben zu zeigen. H. E.

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