Thema: Walküre

  1. #1
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    Walküre

    Walküre

    Kommst vom Meer der schwarzen Gischt,
    das die Welten einst verschlingt,
    wenn das letzte Licht erlischt
    und das Land im Sturm versinkt.

    Hörst der Möwen letzten Schrei,
    die den Todesstrand verzieren.
    Gibst uns aus dem Leben frei,
    wenn wir es im Kampf verlieren.

    Wohnst im Tal der Bitterkeit,
    Christus hat Dein Volk verjagt.
    Winterkind im schwarzen Kleid,
    welches nie den Tod beklagt.

    Wartest in der kalten Schlucht
    auf des Lichtes Dämmerung.
    Hast seit langer Zeit verflucht,
    Tage der Erinnerung,

    .... an der Asen Untergang.
    Leise hör' ich Deine Worte,
    wie ein letzter Abgesang,
    raunend an dem öden Orte,

    der einst Asgard wurd genannt.


    Geändert von demon17 (22.12.2007 um 09:33 Uhr)
    O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt, und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da wie ein missratener Sohn, den der Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das Mitleid auf den Weg gab.
    Friedrich Hölderlin

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  2. #2
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    Guten Tag, demon...

    Dein sehr schwungvolles Gedicht hat Eindruck auf mich gemacht. Es bedarf aber der mehrmaligen Lektüre, um meinen Kommentar etwas gewichtlicher als 1 g zu machen.
    Im Moment nur: tote Möwen schreien nicht (mehr). Und Christus hat verjagt, nicht verjagd (war kein Jäger).

    Aber ich editiere später!

    LG von Cyparis
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  3. #3
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    Hallo Demon!

    Dein Gedicht find ich sehr gelungen. Der Anfang hat mich zunächst jedoch etwas iritiert, da jeder kundige Mensch weiß, dass Walküren vom Himmel und nicht aus dem Meer kommen.

    Kommst vom Meer der schwarzen Gischt,
    das die Welten einst verschlingt..


    Nachher wurde mir klar, dass du damit nur die Dunkelheit meinst, die einst alles Licht verschlingt und auf Ragnarök anspielt. Aber wieso sollten Walküren aus dieser Dunkelheit kommen, statt aus dem Lichte Asgards? Das würde nämlich auf eine Zeit nach Ragnarök und dem Untergang der Asen hin deuten.

    Schöne Feiertage,
    Edgar
    Geändert von Edgar Zohner (25.12.2007 um 14:55 Uhr)
    "Ein Tag ohne Bier ist wie ein Tag ohne Wein."
    (Thomas Kapielski)

    "Das fahle Licht einer Leichenschauhalle kann niemals die wärmende Liebe einer Mutter ersetzen."
    (Christoph Grissemann)



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  4. #4
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    Zitat Zitat von Edgar Zohner
    Hallo Demon!



    Kommst vom Meer der schwarzen Gischt,
    das die Welten einst verschlingt..


    Aber wieso sollten Walküren aus dieser Dunkelheit kommen, statt aus dem Lichte Asgards? Das würde nämlich auf eine Zeit nach Ragnarök und dem Untergang der Asen hin deuten.

    Schöne Feiertage,
    Edgar
    Hallo Edgar, die Dunkelheit steht für mich sowohl für den Anfang, als auch für das Ende. Sie war und sie wird sein. Insofern ist das Licht keine Metapher für das Positive für mich, sondern eher für das Gegenteil und schwarz für das Göttliche. Das Meer der schwarzen Gischt läßt sich insofern mit dem Ursprung des Göttlichen übersetzen. Vielleicht wird es in einem anderen Gedicht deutlicher:

    Schwarze Sonne


    Düster stehst Du in der Menge, Dunkelheit vor hellem Licht;
    kalte Kraft des Universums, Energie erwärmt Dich nicht.
    Schluckst Materie selbst Strahlung, wandelst alles in dich selbst;
    ohne Licht und Eruptionen, du es in den Schatten stellst.

    Lebst nach eigenen Gesetzen, toter Gott der ew´gen Nacht.
    All die funkelnd hellen Sonnen zwingst in Bahnen deiner Macht.
    Fragend sehen Menschen Sterne, erkennen nur den grellen Schein.
    Blind verkennen Sie die Mächte, - die Finsternis, das schwarze Sein.

    In meinen Gedichten geht es eigentlich immer um die Nacht, das Schwarz, Tod und Untergang weißt Du... Ich finde die germanische Mythologie sehr anregend, aber sie kann ein wenig Fantasie vertragen. Die Schwarze Sonne steht übrigens für die schwarzen Löcher, die Gravitationszentren der Galaxien, die Welten, ja Sonnensysteme verschlingen.

    LG

    demon17
    Geändert von demon17 (25.12.2007 um 16:05 Uhr)
    O ein Gott ist der Mensch, wenn er träumt, ein Bettler, wenn er nachdenkt, und wenn die Begeisterung hin ist, steht er da wie ein missratener Sohn, den der Vater aus dem Hause stieß, und betrachtet die ärmlichen Pfennige, die ihm das Mitleid auf den Weg gab.
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  5. #5
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    Hi Demon!

    Interessant, interessant! Wenn man es von dieser Perspektive aus betrachtet, ergibt alles einen plausiblen Sinn. Hast du auch einen Thorshammer um den Hals, so wie Ich? Auch "Schwarze Sonne" gefällt mir gut. Aber ich hab mal auf Wikipedia gelesen, dass es sich dabei um kein historisches Symbol handelt, sondern um eines das von der SS erfunden wurde. Es enthält auch drei ineinander verschlungene Hakenkreuze. Hätte mir mal fast ein Trinhorn mit einer schwarzen Sonne gekauft, bis ich draufgekommen bin, dass es sich um ein Nazi-Symbol handelt! Da frag ich mich, ob nicht wenigstens die Idee und Bedeutung des Zeichens schon früher bekannt war. Sollte es nicht so sein, will ich nichts mehr damit zu tun haben.

    Lg, Edgar
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  6. #6
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    Hallo Edgar,

    ich hatte mich mit der Nazi-Mystik nie beschäftigt und bin auch erst nach Veröffentlichung dieses Gedichtes darauf aufmerksam gemacht worden. Allerdings ist das für mich absolut kein Grund auf diese Metapher zu verzichten. Soviel ich weiß, hat sie Himmler von eine Mystiker aus den 20ern. Ist mir aber auch egal. Leute die den Faschismus an Symbolen festmachen haben das Problem sowieso nicht erkannt. Ich weise seitdem bei Veröffentlichungen durch einige Links darauf hin, dass ich sie als Metapher für die Black-Hole-Theory verwende. Ich komme aus einer Szene, in der Tabubrüche, egal welcher Art erst einmal positiv gesehen werden, solange die Kleidung nicht zu bunt ist.

    LG

    demon17
    Geändert von demon17 (28.12.2007 um 02:11 Uhr)
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