Thema: MorgenGrauen

  1. #1
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    MorgenGrauen

    Noch ruht der Nebel in den Wäldern,
    noch steigt er nicht aus Wiesen auf,
    noch schläft er in den Feldern,
    Bald beginnt der Sonne Lauf.

    Natur bleibt stumm im Morgengrauen.
    Kein Vogel in des Himmels Blauen.
    Kein Insekt wird sich hier tummeln.
    Ende ward den Bienen, Hummeln.

    An des Baches leiser Schwelle,
    flötet keine Hirondelle.
    Die perlmutterne Libelle
    häutet sich nicht mehr.

    Grau und trüb und leer die Welt.
    Nur Nebel noch, der Grauen hält.
    Wie ist das Herz mir schwer.
    Quos Ego! Omnia vincit Amor

  2. #2
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    hallo,Cyparis
    die 1. Str. klingt noch so hoffnungsvoll
    Aber wenn ich dann auf die 4. Str. sehe, wird mir auch das Herz schwer

    "Grau und trüb und leer die Welt.
    Nur Nebel noch, der Grauen hält.
    Wie ist das Herz mir schwer."

    Ansonsten gefällt mir dein Gedicht vom Klang und Versmaß!!

    Liebe Grüße von Liane

  3. #3
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    Liebe Liane,

    leider ist dieses Grauen sichtbar, sofern man Augen hat, zu sehen.
    Auch in meinem "wilden" Garten (ungedüngt, ungespritzt) sind weder Bienen, Falter noch Hummeln zu sehen.
    Nach Jahren haben Insektizide ihre schwarze Frucht getragen.

    Danke für Deinen mitfühlenden Kommentar!

    Lieben Gruß
    von
    Cyparis
    Quos Ego! Omnia vincit Amor

  4. #4
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    Hallo Cypi,
    das hört sich ja nach Apokalypse an, da kann einem grauen.
    Wahrscheinlich hast Du Dich nur in der Zeit vertan. Sicher war das kurz vor einem Gewitter. Da ist auch alles still und die Tiere verkriechen sich.
    Also mach die Öhrlein auf und lausche des Morgens den Vögeln, die sich über den neuen Tag freuen.

    Liebe Grüße,
    Klatschmohn
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  5. #5
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    Liebe Klatschmohn
    liebe Hastra!

    Vielen Dank für die aufmunternden Zeilen.
    Aber leider ist das Gedicht von a - z nur allzu wahr.
    Keine Bienen, keine Hummeln, keine Schwebfliegen. Ein einziger Falter in 14 Tagen.
    Insektizide und Pestizide haben ihr Werk verrichtet.

    Lieben Gruß von
    Cyparis
    Quos Ego! Omnia vincit Amor

  6. #6
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    Lieber Cyparis,

    wieder darf ich von dir ein Werklein lesen dass sich für mich wunderschön lesen läßt. Die Bilder die du malst sind auch wenn der Morgen grau scheint, bunt und genau das ist es was mir an deinem schaffen so gefällt. Du malst in bunten Farben und zeigst uns die Natur, und das ohne Zensur.

    Danke dafür,
    sehr gerne gelesen,
    liebe Grüße, Line
    Geändert von Behutsalem (07.05.2008 um 20:15 Uhr)
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  7. #7
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    Liebe Behutsalem,

    ausnahmsweise vertehe ich Deinen Kommentar nicht.
    Schönheit ohne Zensur? Für Schönheit gibt es keine Zensur, aber für das Natürliche (Wachsen, Blühen, Fruchtbarkeit) gab es eine schreckliche und erschreckende Zäsur.
    Hier auf dem Land sehen es selbst die Gift und Dünger verschwendet habenden Bauern:
    Nichts wird mehr gedeihen.

    Trostlose Grüße
    vom
    Cyparis
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  8. #8
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    Hai,

    upps, da wollt ich noch was andres hin schreiben.. ist mir abhanden gekommen..da war wohl das denken schneller als die Finger auf der Tastatur. du verbindst die Natur mit der Schönheit die sie gibt und zeigst sie andererseits auf, ohne Zensur.. eben alles.. auch die negativen Seiten.
    Aber trotzdem malst du..

    Tschuldige bitte meinen Fehler..
    Habs schon geändert.. sorry..

    Lg. Line
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  9. #9
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    Liebe Line,

    Du hast ja (in Deinem Sinne) keinen Fehler gemacht.
    Ich wollte nur aufzeigen, daß jetzt (nicht nur hier auf dem Lande) das Nicht-Leben (Tod wäre verfrüht) angebrochen ist.
    Fruchtbarkeit gehört hier schon bald der Vergangenheit an. Seit gestern ungefähr.

    Traurige Grüße
    von
    Cyparis
    Quos Ego! Omnia vincit Amor

  10. #10
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    Hallo Cypi,
    was soll das. wer hat das gemacht und warum?
    Entsetzt,
    Klatschmohn
    ©Klatschmohn
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  11. #11
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    Liebe Klatschmohn -

    wer? Schon vor 40 Jahren die "Flurbereiniger". Hecken wurden ausgemerzt. Genauso Streuobstwiesen. Anbau war die Parole.
    Dann kamen gleichzeitig Pestizide und Insektizide zur Anwendung. Mich hat es sowieso gewundert, daß die Fauna so lange durchhielt. Seit etwa 1988 blieben die Autofrontscheiben immer sauber (keine Insekten).
    1992 sah ich den letzten Zaunkönig. (In u n s e r e r Hecke, wohlgemerkt). Seit 1996 kommen Stare nur noch vereinzelt. 2001 war der letzte Milan zu sehen (mangels Mäusen auf den "befreiten" Feldern), zum Aussterben verdammt.
    Igel kommen seit Jahren nicht mehr - Schnecken sind vergiftet oder ausgerottet.
    Ich weiß wirklich, wovon ich spreche. Ich beneide jedermann, der von der Apokalypse noch nicht erreicht ist. Und ich bin froh, daß ich schon alt bin.

    Ganz lieben Gruß
    von
    Cyparis
    Quos Ego! Omnia vincit Amor

  12. #12
    Iranoctis Guest
    Hallo Cyparis!

    Es ist mein letzter Abend vor meiner letzten Prüfung(wie schicksalsträchtig)
    und ich mache deshalb nur einen kleinen Abstecher hier herein...

    Es gibt eh nicht viel zu sagen, denn deinen Stil mochte ich von Anfang an
    und der Inhalt spricht meinem Waldboten aus der Seele.
    Lass dich insofern trösten, dass ich noch in einem relativ gesunden Wald-
    stück lebe und ich die von dir aufgezählten Tiere noch zu Gesicht bekomme...
    Naturschutzgebiet sei Dank... Nur wenn das alles nicht aufgehalten wird
    und der Mensch nicht langsam seine gierigen Griffel unter Kontrolle bekommt,
    sehe ich ähnlich schwarz wie du... und ich bin 19....

    Das muss für heute reichen, gute Nacht!
    Ab Freitag bin ich wieder aktiv...

    Liebe Grüße, Simon

  13. #13
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    Der Mensch wird seine gierigen Griffel nie in den Griff bekommen, erst wenn der schlechte Atem die Luft abschnürt und der Obstteller leer bleibt, wird man aufwachen - und merken, daß es zu spät ist.

    Ich bin sehr deprimiert, die Zeilen bringen es so eindringlich ins Bewußtsein, was alles kaputt geht.

    Klabauter

  14. #14
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    Lieber Iranoctis,

    ich drücke Dir in Gedanken alle zur Verfügung stehenden Extremitäten!

    Und ich danke Dir sehr für Deinen verständnisvollen Kommentar. Es tut so gut, verwandte Seelen hier zu wissen!

    Ganz lieben Gruß
    von
    Cyparis


    @ Klabauter -

    Dein Kommentar schneite herein, als ich grad am tippen war.
    Auch Dir lieben Dank für den Kommentar "der offenen Augen"!
    Gruß
    von
    Cyparis
    Quos Ego! Omnia vincit Amor

  15. #15
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    Hallo Cypi,

    du wirst mir nicht mehr antworten können....oder....vielleicht doch?
    Die Hoffnung stirbt zuletzt...

    Bezeichnend ist dein gewählter Titel: MorgenGrauen.
    Nicht einfach so Morgengrauen, sondern das Grauen hervorgehoben durch den Großbuchstaben.

    Du beschreibst ein Stück Natur, das zerstört wurde durch gezielten ökonomischen Anbau.
    1992 sah ich den letzten Zaunkönig. (In u n s e r e r Hecke, wohlgemerkt). Seit 1996 kommen Stare nur noch vereinzelt.
    2001 war der letzte Milan zu sehen (mangels Mäusen auf den "befreiten" Feldern), zum Aussterben verdammt.
    Igel kommen seit Jahren nicht mehr - Schnecken sind vergiftet oder ausgerottet.
    Du hast genau hingeschaut und Schreckliches entdeckt und bemerkt.

    Zum Glück wird so allmählich renaturalisiert.

    Ein Gedicht, über dessen Schönheit man sich durch den sehr nachdenklichen Inhalt nicht recht freuen kann.


    Lieben Gruß (ein Glück, dass du wenigstens als Gast lesen kannst)
    von katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


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    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

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