1. #1
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    Schlaflied (für L.)

    .
    .

    Schlaflied
    für L.

    Und über der Ferne versengen die Tage,
    wir atmen den Tau im entlegenen Schlaf
    der wärmenden Sterne, erinnern uns vage
    des schwärmenden Lichtes, als dieses uns traf.

    Wir ruhen und wachen im fiebrigen Flehen
    dem Morgen entgegen und betten die Glut,
    den Amber im Schatten der Wimpern zu sehen,
    der zitternd im Bogen der Brauen nur ruht.

    In Blattrot versunken erzähl’ ich von Fluren,
    die kühlend im Tau und in Farbe nun sprießen,
    in ihnen verlaufen die fernen Konturen,
    geleiten, Geliebte, die Augen zu schließen.

    .






    .
    Geändert von Ensimismado (18.05.2008 um 19:41 Uhr)
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  2. #2
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    Moin Flo!

    Dieses Werk gefällt mir gut und eine Widmung macht mich immer ein wenig befangen in Sachen Kritik, da solche Texte einen sehr persönlichen Hintergrund und Sinn haben.
    Jedoch glaube ich Dich gut genug zu kennen, um der Meinung zu sein, daß Du Kritik durchaus zu schätzen weisst.

    Ich weiss auch um Dein Talent und handwerkliches Können, welches sich in diesem Werk nicht ganz wiederfindet.

    Wortwiederholungen wie 'Tau' und 'Rot' sind mE hier keine gewollt gesetzten Stilmittel und von daher in solch kurzem Text eben....Wiederholungen.
    Das 'Blattrot' finde ich sehr schön.

    'Wärmenden' in Verbindung mit Sternen....hm...nur bedingt nachvollziehbar.

    'Schwärmenden' dazugehörig zu 'Licht'...sorry...dafür kann ich mich nicht erwärmen.
    Das Werk ist zwar in Gänze einfach gestrickt, ich nehme an, das war beabsichtigt und ist OK, aber in den Kitsch sollte es denn doch nicht abrutschen und das tut es mit genau dem einen Wort.

    Highlight: S2 Z3 und 4...da ist die gewohnte Ensi-Qualität. Sehr schönes Bild.
    (nur das 'Rot' eben, weil es sich unten wiederholt...schade...auch hier passts grossartig).

    Ideen, wie man die von mir bekrittelten Stellen verbessern könnte, hab ich heute leider nicht. Ich werd aber am Faden dranbleiben und vllt fällt mir ja noch was dazu ein.

    Interpretation: ein zartromantisches Schlaflied des lyrIchs an sein lyrDu...welches seine Wirkung nicht verfehlen wird.

    Ein lieber Gruss an Dich und herzliche Grüße
    von Lailany


    PS.: Wollte zwar Dein 'famooses' besenfen, aber bei der Menge an ausführlicher und kompetenter Kritik könnte ich nur ein kurzes, wenn auch grosses Lob anhängen für Perfektion pur in Aussage und Verarbeitung. Einfach Klasse!
    Geändert von Lailany (13.05.2008 um 09:59 Uhr)

  3. #3
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    Hi Lailany,

    du hast recht, Widmungen schrecken häufig ab zu kritisieren, aber was ich online stelle, setze ich ja bewusst der potenziellen Kritik aus.

    Zitat Zitat von Lailany
    Wortwiederholungen wie 'Tau' und 'Rot' sind mE hier keine gewollt gesetzten Stilmittel und von daher in solch kurzem Text eben....Wiederholungen.
    Das 'Blattrot' finde ich sehr schön.
    Nicht ganz, der Tau wurde bewusst wieder aufgegriffen, in leicht veränderter Funktion. Die Wiederholung des Rotes hingegen ist zugegebener Maßen nur bedingt ideal, auch wenn hier ebenso eine Wandlung stattfindet.

    [quote'Wärmenden' in Verbindung mit Sternen....hm...nur bedingt nachvollziehbar.

    'Schwärmenden' dazugehörig zu 'Licht'...sorry...dafür kann ich mich nicht erwärmen.
    Das Werk ist zwar in Gänze einfach gestrickt, ich nehme an, das war beabsichtigt und ist OK, aber in den Kitsch sollte es denn doch nicht abrutschen und das tut es mit genau dem einen Wort.[/quote]
    Zur Erklärung: Licht ist selbst nicht unbedingt wärmend, in dem Fall schon, weil es Erinnerungen weckt. Das "schwärmende" hingegen brauchte ich in seiner Doppeldeutigkeit. Einmal das für etwas schwärmen, eher aber wie umschwärmen, die schnelle Bewegung um etwas herum. Zu kitschig, hm, muss ich drüber nachdenken.

    Highlight: S2 Z3 und 4...da ist die gewohnte Ensi-Qualität. Sehr schönes Bild.
    (nur das 'Rot' eben, weil es sich unten wiederholt...schade...auch hier passts grossartig).

    Ideen, wie man die von mir bekrittelten Stellen verbessern könnte, hab ich heute leider nicht. Ich werd aber am Faden dranbleiben und vllt fällt mir ja noch was dazu ein.

    Interpretation: ein zartromantisches Schlaflied des lyrIchs an sein lyrDu...welches seine Wirkung nicht verfehlen wird.

    Ein lieber Gruss an Dich und herzliche Grüße
    von Lailany
    Freut mich, dass es insgesamt gefällt und ich bin gespannt auf weitere Ideen, falls noch was dazu einfällt.

    PS.: Wollte zwar Dein 'famooses' besenfen, aber bei der Menge an ausführlicher und kompetenter Kritik könnte ich nur ein kurzes, wenn auch grosses Lob anhängen für Perfektion pur in Aussage und Verarbeitung. Einfach Klasse!
    Vielen Dank auch für das Lob.

    Gruß,
    Flo
    Neustes Werk aus meiner Feder:
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  4. #4
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    Hallo Flo!

    Hey, wie wärs mit 'Amber' ?
    Fürs erste passt das Bernsteinorange weit besser zu der Farbe von Schatten im Glutschein.

    Und zweitens: ich finde 'Amber' herrlich lyrisch und romantisch. Einfach ein wunderschönes Wort....

    'das Amber im Schatten der Wimpern zu sehen...'
    Lass Dir das doch mal auf der Zunge zergehen...mhhhhhhhhh...Ensi ist das nicht schön?

    Ist doch einem weiblichen Wesen gewidmet...Du musst einfach auf mich hören...

    Der 'Tau' ist auch weiters nicht schlimm...und ich grüble immer noch über Ersatz für das vermaledeite 'schwärmende'

    Wenn ein Geistesblitz einschlägt, lass ich Dirs wissen.

    LG
    Lailany

  5. #5
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    N'Abend,

    wie du siehst, habe ich das Amber übernommen. Gefällt mir sehr gut die Idee. Danke für den Vorschlag.

    Mal schauen, ob noch wer anders, oder wir später, eine Idee für das schwärmende haben, wobei es mir eigentlich auch so schon gut gefällt.

    Danke für die erneute Rückmeldung.
    Flo
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