Thema: Schnittblumen

  1. #1
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    Schnittblumen

    Inmitten kleinkarierter, wohlverplanter Luftquadrate,
    bedrängt von täglich neuem Maulkorbzwang und Freigeistschranken,
    hör ich nur deine nachbarschaftsgenehm gesenkte Stimme,
    die mir die Ruhe stiehlt für Alltagsfluchtgedanken.

    Ein Sonnenstrahl zwängt ängstlich sich vorbei an Giebelgrenzen,
    nur zögernd lassen häusergraue Wächter ihn gewähren.
    Ich sehne ihn herein und weiss, er darf nicht lange bleiben.
    Du sprichst noch immer - um das Regelwerk zu klären.

    Ich schenkte dir die Blüten und die noch geschlossnen Knospen,
    das war zu wenig, du verlangst nach mehr, willst alles haben.
    Doch aus dem welken Laub wird nie mehr eine Pflanze spriessen -
    ich bin nicht mehr bereit, die Wurzeln auszugraben.
    Geändert von Lailany (22.05.2009 um 13:09 Uhr)

  2. #2
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    Hey,

    länger nichts mehr von dir gehört. Mir gefällt das Gedicht an sich ganz gut, aber es gibt ein, zwei Stellen, an denen ich stolper und wo ich glaube, dass du es besser kannst.

    Die erste Stelle, die mir negativ auffällt ist S1V4, wie "weitweit..." gefallen mir vom Wort her gar nicht. Das wirkt irgendwie gewollt, flapsig, lächerlich gar im Kontext. Inhaltlich passt es, aber das Wort will mir gar nicht schmecken.

    In der dritten Strophe scheint mir die Metrik im zweiten Vers nicht zu passen, bzw. sehr gewollt zu sein, was an den vielen einsilbigen Worten liegt.

    Ansonsten beschreibst du hier in meinen Augen eine halbherzige Liebe, die halt schön zum Anschauen, schön für einige Zeit war, aber aufgrund einiger Differenzen eben nie wirklich aufblühen konnte.

    Verzeih den diesmal eher kurzen Kommentar,
    Flo
    Neustes Werk aus meiner Feder:
    Liebe und Romantik - Schlaflied (für L.), Ein Leiserwerden, ohne Titel
    Verzweiflung schreit nicht, Verzweiflung schweigt.

    Die Melancholie des Seins - Fortsetzungsgeschichte
    Die Melancholie des Seins - Gesammelte Werke

  3. #3
    Schwirl Guest

    Hallo Lailany :)

    Schön das Du wieder da bist

    Da ich gerne ver-xe, damit ich selber lerne, immer noch, tackere ich Dir mal diese Dingser:

    Schnittblumen

    Schnittblumen: gut, das steht hier bei T&D, also verheißt das nichts Gutes, denn sie stehen in der Vase und verblühen irgenwann.
    xXx


    Inmitten kleinkarierter, wohlverplanter Luftquadrate,
    beengt von täglich neuem Maulkorbzwang und Freigeistschranken,
    hör ich nur deine nachbarschaftsgenehm gesenkte Stimme,
    die mir die Ruhe stiehlt für Alltagsfluchtgedanken.
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXx da fehlt was eine Hebung.
    ich lese das so: hier ist ein LI eingesperrt zwischen Freigeist und dem Alltag. mein Highlight: Luftquatrate, Freigeistschranken


    Ein Sonnenstrahl zwängt ängstlich sich vorbei an Giebelgrenzen,
    nur zögernd lassen häusergraue Wächter ihn gewähren.
    Ich sehne ihn herein und weiss, er darf nicht lange bleiben.
    Du sprichst noch immer, um das Regelwerk zu klären.
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXXxXxXxXXxXx

    hmm, achselzuck, vielleicht habe ich einen Ohrwurm so das ich hier nicht im Takt bin.
    xXxXxXxXxXxXx
    sylesung: hier scheint die Sonne schon schüchtern ins Herz vom LI durch Giebelgrenzen. Die zweite Zeile erschließt sich mir nicht. Doch das LI sehnt die Sonne und die Wärme, doch jemand sagt immer noch die Regeln die gelten sollten an.

    Ich schenkte dir die Blüten und die noch geschlossnen Knospen.
    Das war zu wenig, du verlangst nach mehr, willst alles haben.
    Doch aus dem welkem Laub wird nie mehr eine Pflanze spriessen,
    denn ich bin nicht bereit, die Wurzeln auszugraben.
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXx hier fehlt eine Hebung, was solls alles ist im Takt.

    hier wird direkt an den Titel angeknüpft, ich stelle mir die Schnittblumen vor. Das LI hat beschlossen die Wurzeln an der Pflanze zu belassen um dort zu verbleiben, denn die Wurzeln scheinen fest verankert zu sein.

    Lailany, ich habe Dein Gedicht gerne gelesen.
    nördliche Grüße von sy

  4. #4
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    Lieber Flo!

    Du hast recht, ich hab eine längere Forumspause eingelegt, da ich weder die notwendige Konzentration zum Kommentieren, noch die nötige Lust und Ruhe zum Lesen finden konnte.
    Und an Schreiben war schon gar net zu denken.
    Jetzt muss ich mich langsam an meine 'alte Form' rantasten...aber: gut Ding will Weile haben.
    Jetzt beginn ich eben wieder mit kleinen Fingerübungen.
    Ob ich es wirklich noch kann, wird sich ja bald herausstellen.

    Es freut mich trotzdem sehr, dass Du an meine Dingser mit einem gewissen Anspruch herangehst und ich bin dankbar für jeden Hinweis, der mich so schnell wie möglich wieder auf Vordermann bringt.

    Seit ich Deinen Kommi gesehen hab, komm ich immer wieder zurück und hab schon zig-male hier und dort ein wenig geändert.
    Das Wort 'Weitweitweggedanken' hab ich als erstes rausgeworfen. Flapsig sollte es nicht rüberkommen...ich wollte es als sehnsuchtsvoll verstanden wissen.
    Das war ich wohl von der sprichwörtlichen Betriebsblindheit geschlagen.

    Die Metrik war vorher und ist auch jetzt durchgängig und sauber...auch die von dir angesprochene Zeile. Die hab ich aber jetzt ein wenig umgestellt.
    Wenn Du nochmal drübergucken könntest, obs jetzt besser geworden ist, wär ich Dir sehr dankbar.

    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXxXx
    xXxXxXxXxXxXx
    Das ist das Strickmuster für alle 3 Strophen (sicher 20mal nachkontrolliert, laut und leise... und besonders darauf bedacht, die lauten Checks so nachbarschaftsfreundlich wie möglich zu halten... )

    Der Inhalt: genauso, wie Du es interpretiert hast... nur dass nicht 'aufgrund einiger Differenzen' keine positive Perspektive möglich ist, sondern wegen 'grundlegender Differenzen'.

    Vielen Dank, Flo, dass Du Dir die Zeit genommen hast...Dein Kommentar hat mich zu nochmaligem, gründlichem Überdenken...und zu einigen Veränderungen veranlasst. Ich hoffe, ich habe net verschlimmbessert.

    Abschliessend möchte ich Dir noch ganz herzlich zu Deinem 1. Platz im letzten Wettbewerb gratulieren.
    Ein ganz tolles Werk...ein würdiger, verdienter Sieg!
    Das les ich sicher noch öfters...hab auch schon geguckt, aber Du hast es (noch) nicht in die Rubrik gepostet. Vielleicht holst Du das ja noch nach, ich würde mich gerne dazu äussern.

    Einen schönen Feiertagabend noch!



    Liebes Nordlichtlein!

    Überschneidung unserer Posts... AAAAArghhhhh...was issn das? Hab auf 'erweitern' gedrückt, da ich für Dich unbedingt die Grinsedingser brauche und nu seh ich Deinen Kommi net...Mom...ich muss das erst checken, was da los iss.
    ----------

    So..ich kann machen, was ich will, dasselbe wie vorher. Hab ich die smileys, seh ich weder mein Gedicht, noch die Kommentare.
    Muss es eben ohne gehen. :/

    Liebe Heike, das Tackern ist Dir ja schon längst in Fleisch und Blut übergegangen ...das erinnert mich übrigens wieder an unseren Übungs-PN-Austausch...ich schmeiss mich weg. ))))) Hab ich noch immer aufgehoben, das lösch ich auch net, weils zu köstlich ist.

    Nu aber ernsthaft, hier wird schließlich gearbeitet!
    Dass bei jeder letzten Zeile der Strophen zwei Silben fehlen, ist gewollt.
    Ich seh da aber kein Problem, weils einheitlich ist und eben in der letzten Zeile.
    Der Grund: die Zeilen sind mit 15 Silben relativ lang. Um einen kleinen Bruch herzustellen, damit man net so ins Leiern kommt beim Lesen, hab ich die jeweilige Strophenschlusszeile eben um 2 kürzer gelassen.
    Hmpf...Absicht net aufgegangen???

    Mal gucken, vllt äussert sich dazu noch jemand mit einer Beschwerde, dann werd ich versuchen, anzugleichen.

    Die von Dir (bzw von Deinem Ohrwurm) falsch getackerte Zeile les ich so:

    Ich sehne ihn herein und weiss, er darf nicht lange bleiben.
    Tickt da mein Ohrwurm falsch? Ich kündige dem bugger auf der Stelle, wenns so ist!

    Deine Interpretation ist grundsätzlich richtig.
    Das mit dem Sonnenstrahl ist so gemeint: die Sonne scheint zwar, aber in dicht verbautem Gebiet gelangt sie erst und nur
    zu einer bestimmten Zeit zwischen bzw über die Dachgiebel....
    und dann auch nur für kurz zum Fenster des lyrIchs....'Giebelgrenzen' und 'zwängt'.

    'Häusergraue Wächter' = Hochhäuser, die das uneingeschränkte Eindringen des Sonnenstrahls zögerlich (unwillig)
    und eben nur für kurze Zeit 'gewähren'.
    LyrIch ist noch mit Freude über den Sonnenstrahl beschäftigt und im Hintergrund labert und sülzt das lyrDu von wegen, was richtig sei, bzw was verändert werden muss.

    Das hat mich jetzt gleich noch mehr verunsichert, liebe sy...muss da was geändert werden? Zu verschlüsselt?

    Naja, die Nacht ist NICHT zum Schlafen da...es darf gegrübelt werden!

    Herzlichen Dank für Deinen Kommentar und auch Dir, noch einen schönen Abend und eine angenehme kommende Woche mit hoffentlich recht viel Sonnenschein!


    Flo....sy...Euch beiden liebe Grüsse von
    Lailany
    Geändert von Lailany (12.05.2008 um 19:59 Uhr)

  5. #5
    Schwirl Guest
    Zitat Zitat von Lailany
    So..ich kann machen, was ich will, dasselbe wie vorher. Hab ich die smileys, seh ich weder mein Gedicht, noch die Kommentare.
    Muss es eben ohne gehen. :/

    ja es geht auch ohne die Grinsedingserkugelköppe.

    Nu aber ernsthaft, hier wird schließlich gearbeitet!
    Dass bei jeder letzten Zeile der Strophen zwei Silben fehlen, ist gewollt.
    Ich seh da aber kein Problem, weils einheitlich ist und eben in der letzten Zeile.
    Der Grund: die Zeilen sind mit 15 Silben relativ lang. Um einen kleinen Bruch herzustellen, damit man net so ins Leiern kommt beim Lesen, hab ich die jeweilige Strophenschlusszeile eben um 2 kürzer gelassen.
    Hmpf...Absicht net aufgegangen???

    doch es ist ok, ich habe dein Gedicht nochmals gelesen und das Fehlende gibt die Würze.

    Mal gucken, vllt äussert sich dazu noch jemand mit einer Beschwerde, dann werd ich versuchen, anzugleichen.

    Die von Dir (bzw von Deinem Ohrwurm) falsch getackerte Zeile les ich so:

    Ich sehne ihn herein und weiss, er darf nicht lange bleiben.
    Tickt da mein Ohrwurm falsch? Ich kündige dem bugger auf der Stelle, wenns so ist!

    Nein mein Ohrwurm tickt jetzt richtig

    Deine Interpretation ist grundsätzlich richtig.
    Das mit dem Sonnenstrahl ist so gemeint: die Sonne scheint zwar, aber in dicht verbautem Gebiet gelangt sie erst und nur
    zu einer bestimmten Zeit zwischen bzw über die Dachgiebel....
    und dann auch nur für kurz zum Fenster des lyrIchs....'Giebelgrenzen' und 'zwängt'.


    Das hat mich jetzt gleich noch mehr verunsichert, liebe sy...muss da was geändert werden? Zu verschlüsselt?

    ok , ich verstehe Dein Anliegen

    Naja, die Nacht ist NICHT zum Schlafen da...es darf gegrübelt werden!

    Lailany
    nun muß ich aber schnell los.... und es geht auch ohne smilies.
    sy.

  6. #6
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    Hallo Lailany,

    eigentlich hat mich der Titel angezogen, dann sah ich: Lailany. Schön, mal wieder etwas von dir zu lesen, in gewohnt anspruchsvoller Weise. Ein traurig melancholischer Abschiedsfilm lief, dank deiner bildreichen Sprache, beim Lesen in meinem Kopf ab. Bilder einer engen Welt, die keinen Platz für eine tolerante Partnerschaft bietet.

    Du schaffst es immer wieder, tiefe Stimmung zu erzeugen. Wirklich gerne wieder bei dir gewesen!

    Liebe Grüße
    Eva
    EvaAdams

    (c) Mein Werkverzeichnis: Unterm Feigenbaum = überholungsbedürftig, aktuelles bitte unter Profil nachsehen


    Die WÖRTERWUNDERTÜTE ist da!

    Mein Buch Leitersprossen

  7. #7
    Klopfstock Guest
    Hallo, Lailany,
    ich denke, daß ich mit meiner Interpretation völlig daneben haue, dennoch
    möchte ich Dir gerne mitteilen, was mir durch den Kopf ging, beim Lesen
    Deines Gedichtes. Ich sehe hier zwei Schreiber, wobei der eine für
    das geheimnisvolle Gedichteschreiben plädiert (vielleicht sogar für
    Gedichte bar aller Formzwänge und Regeln, welche einengen) : hier
    "das Schenken der geschlossenen Knospen, maximal der Blüten"
    während der andere alles so klar haben möchte, verständlich bis in die letzte Wurzel - mit solchem "alles sofort/prompt verstehen wollen" nimmt er jeder Fantasie die Grundlage (Wurzel) des Blühens.
    Vor meinen Augen sind zwei konträre Gedichteschreiber - wobei der eine
    "anklagend" sozusagen dem anderen seine Meinung zum Schreiben kräftig
    bläst Man könnte auch sagen, der kryptische Schreiber wehrt sich hier
    gegen den "sich klar und deutlich Ausdrückenden" und verteidigt seine
    Art zu dichten. Ein Bissken vergaloppiert meinerseits, gellen
    Ja, manchmal gehen die Pferde mit mir durch.....

    Jedoch, auch wenn ich wieder mal falsch verstaan habe und Dein
    Gedicht ganz was anderes beabsichtigt, gefällt mir dieses dennoch.
    Die Form, die Sprache, der Fluß (mit ihm habe ich keine Probleme, auch wenn die Zeilen ziemlich lang sind, wenn man sich einliest, klappt es gut)

    Herzliche Grüße, von der oft daneben klopfenden Stöckin

  8. #8
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    Liebe sy!

    Nochmals danke für die Rückmeldung, die mich dann doch des nächtlichen Grübelns enthoben hat.
    Also hab ich sehr gut geschlafen...

    Dass die kleinen Biester von Ohrwürmern manchmal nicht ganz richtig ticken, das passiert uns allen...immer wieder.

    Offtopic:
    Ihr scheint gutes Wetter zu haben. Na, wenn die Englein reisen....
    Ich hoffe, Du kehrst nicht allzu geschlaucht zurück.
    Wir lesen uns!


    Liebe Eva!

    Ich freue mich immer sehr, Dich in meinen Fäden willkommen heissen zu dürfen.

    Auch schön, zu lesen, dass es anscheinend doch Leser gibt, die meine absichtlich schlicht gehaltenen Titel anklicken.

    Dein Lob ist ein besonderes Geschenk, da ich nach relativ langer Schaffens- und Forumspause erst wieder in Schwung kommen muss.
    Ich bedanke mich ganz herzlich für Deine wohlwollenden Worte.


    Liebe Klopfstock!

    Mit Deiner völlig überraschenden Interpretation hast Du mir eine grosse Freude bereitet.
    Erst war ich wirklich baff...dann hab ich das Dingens aus dieser Perspektive gelesen und ja...Du hast recht. Es lässt sich durchaus auch so sehen.

    Der alte Meister, der den 'herkömmlichen' Stil vertritt und verteidigt und keine frischen Ideen des Dichterlehrlings akzeptieren will.

    Auch wenn meine Intention eine gänzlich andere war...ich finde es super, wenn jemand unvoreingenommen an ein Werk rangeht, seine ureigene Interpretation findet und es in einem Kommentar niederschreibt.

    Das ist ein tolles Lob und Lohn für den Schreiber...und ich bedanke mich ganz herzlich.


    Euch allen nochmals ein grosses Dankeschön

    und liebe Grüsse von
    Lailany
    Geändert von Lailany (16.05.2008 um 07:16 Uhr)

  9. #9
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    Liebes Kiwifrüchtchen,

    schön, dass dein Rückkehrer-Werk wieder oben steht, denn es lohnt sich eine Beschäftigung mit ihm.

    Ich mag deine langen Zeilen, sie sind ausdrucksstark und lesen sich (nach kleinen Korrekturen, wie ich las) flüssig im abcb-Reim
    und auch die jeweils letzte kürzere Zeile passt, da dieses Schema gleichmäßig ist und man dadurch nicht ins Leiern verfällt.

    Deine 'Schnittblumen' stehen in T&D und genauso geht es mir, wenn im Garten oder sonstwo Blumen geschnitten oder gepflückt werden.
    Nur mit Wurzel gedeihen sie und blühen lange.

    Und so ist es auch mit einer Beziehung, die nur leben kann, wenn sie jeden Tag aufs Neue gepflegt wird,
    sonst verdorrt sie - ohne Sonne und Licht, d.h. ohne Vertrauen und Treue und vor allem ohne Einengung.

    Ein schönes bildreiches Werk, ganz so, wie man es von dir gewohnt ist.
    Du hast das Dichten und Schreiben nicht verlernt


    Lieben Gruß,
    katzi
    Nickänderung: supikatzi wurde zu Chavali


    ~WÖRTERWUNDERTÜTE~

    Werkeverzeichnis (unvollständig - ruft nach Aktualisierung): Katzenspuren

    ©
    auf alle meine Texte!

  10. #10
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    Liebe katzi!

    Dein neuer Customtitel müsste heissen: 'rauchende Feder'...
    Du bist so fleissig und immer kreativ...Du musst mir einmal Dein Geheimrezept verraten.
    Ich habe eine schier endlos scheinende Durststrecke (hoffentlich) hinter mir und freu mich sehr, dass es jetzt wieder einigermassen klappt.
    Der Brunnen Deiner Phantasie ist unerschöpflich...bei mir ists grad mal eine Pfütze.

    Daher ist jedes Lob ein Geschenk und dafür danke ich herzlich.

    Du scheinst Schnittblumen auch nicht besonders zu schätzen, mir gehts genauso...und ich mag auch selber keine sein.

    Lieben Dank für Deinen Besuch hier und den wohlmeinenden Kommentar!

    Allerbeste Grüße von
    Lailany

  11. #11
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    Hallo Kiwifeder!

    Auch ich nach langer Pause wieder da und lese mich durch bekannte Namen. Da darf Deiner natürlich nicht fehlen.
    Hier liegt ein tiefgründiger Text vor dem Leser, der in der letzten Strophe einem die pralle Aussage entgegenwirft. Am Anfang liest man vor sich hin, wird von der verschlungenen, aber angenehmen Sprache geleitet und weiß nicht so recht, was der Titel damit zu tun hat. Man spekuliert auf Abschiedsblumen, oder etwas dergleichen. Die letzte Strophe hat etwas von einem Aphorisma: Blumen sind wie der Lebensweg. Schneidest du einen Zweig, dann teilt sich der Weg. Reißt du die Wurzeln aus, endet er. Oder so ähnlich. Kann man sicher noch dran feilen.
    Wie gewohnt hat sich das Lesen bei dir gelohnt.

    LG vom Strassenreimer
    (Du wärest nicht der Strassenreimer,
    wenn am Ende noch ein Vogelzwitschern zu hören gewesen wäre,
    eher hätte dir der fliegende Freund auf den Kopf gemacht.) Tessa

    Stolpersteine (alles aus Reimerhand)

  12. #12
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    Lieber Strassenreimer!

    Wie schön, Dich hier zu lesen...obwohl ich doch weiss, dass Du in dieser Rubrik net so besonders häufig anzutreffen bist.

    Und ich weiss auch, dass Dir meine 'schweren Bilder' meist etwas zu düster sind. Da kommt natürlich dieses Lob von Dir als freudige Überraschung.
    Ich bedanke mich sehr herzlich dafür.

    Das Lob vom 'Urgestein aus Potsdam' geht runter wie guter Wein!

    Liebe Grüße von
    Lailany

  13. #13
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    Liebe Lailany,
    dein Gedicht ist gut, sehr gut und fordert aufmerksames Lesen.
    Schön ist - dass du wieder hier bist.

    Ich habe so viele Gedanken zu deinem Gedicht, die auch noch auseinander driften. Darum nehme ich mir Strophe um Strophe vor:


    Zitat Zitat von Lailany
    Inmitten kleinkarierter, wohlverplanter Luftquadrate,
    beengt von täglich neuem Maulkorbzwang und Freigeistschranken,
    hör ich nur deine nachbarschaftsgenehm gesenkte Stimme,
    die mir die Ruhe stiehlt für Alltagsfluchtgedanken.

    Das lyr. Ich inmitten einer "ordentlichen, geordneten" Wohngegend oder gar Wohnblock. Verhaltenes Sein, Ruhe wahren, nicht auffallen. Kein Raum für Emotionen, Gesang und unangemessene "Lautstärke" = Fröhlichkeit. Das tut man dort nicht.

    Ein Sonnenstrahl zwängt ängstlich sich vorbei an Giebelgrenzen,
    nur zögernd lassen häusergraue Wächter ihn gewähren.
    Ich sehne ihn herein und weiss, er darf nicht lange bleiben.
    Du sprichst noch immer - um das Regelwerk zu klären.


    Das lyr. Ich beobachtet, dass oben genannte Gefühle denkbar wären, wenn man nur wollte. "Rümpfende Nasen" erlauben es nicht und langweilen mit sturen Lebensregeln, die niemanden glücklich machen.

    Ich schenkte dir die Blüten und die noch geschlossnen Knospen.
    Das war zu wenig, du verlangst nach mehr, willst alles haben.
    Doch aus dem welkem Laub wird nie mehr eine Pflanze spriessen,
    denn ich bin nicht bereit, die Wurzeln auszugraben.

    Das lyr. Ich brachte sich dennoch "lieb" in dieses "ehrenwerte Sein" ein, mit der Metapher Blumenstrauß. Das bedeutet für mich, es hat sich bemüht, es wollte gefallen und guten Willen zeigen.
    Dem lyr. Du oder der erhrenwerten Gemeinschaft genügte das nicht. Das lyr. Ich soll auch noch seine Seele verkaufen.
    Dazu ist das lyr. Ich nicht bereit. Es wäre dann ein Schnittblumenstrauß, der dazu verurteilt ist, zu verwelken.
    Ausgraben (mit Wurzeln) läßt es sich nicht. Es will nicht mit Wurzeln (Haut und Haar) "gepflegt und verbogen werden. Es will aus sich heraus wachsen und angenommen sein, wie es ist.


    Nach diesen Bildern könnte man eine Beziehung samt Umfeld daraus interpretieren, was ich hiermit tue.
    Die Stimmung sehr melancholisch und tief traurig.

    Ich freue mich immer noch, dass du wieder da bist.
    Liebe Grüße,
    Dana
    Die Seele ist kein Wasser, dessen Tiefe gemessen werden kann. (ind. Sprichwort)

    - Ich bin umgezogen. Meine neue Zuhause-Seite ist in meinem Profil zu finden -

  14. #14
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    Liebe Nicole!

    Dankeschön für Dein feedback.

    Das, was Du damals über die Quadrate gesagt hast und unser Ärger darüber, hat mich zu der diesbezüglichen Wortkreation inspiriert.
    War mir schon klar, dass Du darüber geschmunzelt hast.

    Ich bin froh, dass es jetzt wieder einigermassen klappt mit dem Schreiben...ich hab es vermisst.



    Liebe Dana!

    Ich freu mich ungemein darüber, dass Ihr mich nicht ganz abgeschrieben und nun wieder so herzlich aufgenommen habt.

    Dass Du eine sehr aufmerksame Leserin bist, weiss ich und dass Du einmal mehr zu der richtigen Interpretation kommst, ist daher nicht verwunderlich.
    Oft genug ist mir aufgefallen, dass Du imstande bist, zwischen den Zeilen mehr zu lesen als in ihnen.

    An anderer Stelle hast Du etwas gesagt...ich möchte es hier gern inhaltlich zitieren:
    'Ich weiss, dass Du weisst.'
    So ist es, meine Liebe.

    Ich bedanke mich ganz herzlich für Deinen Kommentar!


    Liebe Grüsse an Euch beide von
    Lailany

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