Umfrageergebnis anzeigen: Gedicht des Monats Juni 2008 zum Thema "Wassertropfen"

Teilnehmer
36. Sie dürfen bei dieser Umfrage nicht abstimmen
Multiple-Choice-Umfrage.
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  1. #1
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    Gedicht des Monats: Juni 2008 - Thema: Wassertropfen

    Sollte Euer Gedicht versehentlich anders dargestellt werden, als von Euch beabsichtigt, dann schickt mir bitte eine PN mit exakten Änderungsangaben.
    Sollte aus irgendwelchen Gründen Euer Wettbewerbsgedicht, nicht in der Auflistung auftauchen, dann gebt crux oder mir Bescheid.

    Jeder darf diesmal für zwei verschiedene Gedichte voten.

    Viel Spaß beim Abstimmen.

    As usual: Jedweder Manipulationsversuch führt zum Ausschluss aus dem aktuellen und/oder zukünftigen Wettbewerb.

  2. #2
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    Wintertropfenwunder

    Querfeldein verschneit die Welt,
    Flockenpracht von oben runter,
    unberührt. Es zeigt die Kält'
    weißes Wintertropfenwunder.

    Kinder spielen gern den Held,
    rotgefrohr'ne Nasen, bunter
    Schals und Handschuh', glücklich meld'
    weißes Wintertropfenwunder.

    An den Ästen frieren die Tautropfen,
    See und Bach sind zugefroren.
    Mama, Papa trinken heißen Hopfen,
    Sohn und Tochter sind wie neugeboren.
    Geändert von Francine (10.06.2008 um 10:44 Uhr)

  3. #3
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    Spiegelbild

    Ein Tropfen formt sich,
    lautlos in die Stille wachsend,
    an dem rostzerfressnen Rohr.

    Nur zwei Augen blicken,
    erkennen sich für Augenblicke
    selbst im Tropfen wieder.

    Glitzern hell in dieser Perle
    voller Schönheit, voller Glanz,
    wie ein zweites Mal geboren.

    Doch bricht die Wassertropfenpracht
    mit einem Schlag auf dem Beton
    - ein zweites Mal gestorben.

  4. #4
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    Regentropfentanz


    Wildes Strohfeuer,
    sichtkarg und ohne Steuer,
    bleibt Abenteuer

    Ratlose Gesten,
    Rosenwörter verpesten,
    leere Blattgoldkästen.

    Wasserläuferwelt,
    Wellenberg steigend und fällt,
    Nur ein Traum noch hält.

    Regentropfentanz,
    frei von Trauer, Arroganz,
    verleiht neuen Glanz.

  5. #5
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    Überleben

    Schweigend weiß Millionen um mich
    Und der Abgrund ist nah,
    Schwarze Züge im Licht –
    Scharfe Kanten der ältesten Welt.
    Die Entfernung so klar
    Uns’re Dichte nicht hält
    Und die Einheit in Tränen zerbricht.

    Meine Form geometrisch gesund.
    Blau mein Körper, bald rot.
    In den Atem zu bunt
    Schießt die luftige Macht und verbleibt.
    Mich erschüttert der Tod,
    Jeder fühlt sich geteilt.
    Leiser Knall, lauter Rausch am Grund.

    Enge Pässe aus körnigem Sand
    Abgeschliffener Stein,
    Weich gepolstert der Rand
    Spitze Wurzeln verraten die Furcht.
    Seelen schweigend und rein
    Schlürfen durch und gehorcht
    Warmer Schlamm der Bewegung der Hand.

    Schein dringt durch und ich gleite hinein.
    Kühler Schwung, sanfter Hieb.
    Wieder mächtig und frei
    Sind die Massen und jeder erblüht.
    Alles Schlechte im Sieb
    Hängt zusammengeknüllt.
    Alle driften und doch bin allein.

    Bald die Wellen zerfetzen mein Fleisch.
    Salz und Gift ums Gesicht.
    Und um mich dunkles Reich.
    Voll vom weinenden, armen Geruch.
    Boden saust und zischt.
    Letzte Kraft, letzter Bruch
    Und die Grenze ist wieder erreicht.

    Sonnenwind, diese Helle mich hebt.
    Körper lacht, greift die Luft.
    Weiser Nebel verklebt
    Um die Augen und vor dem Mund.
    Kaum zu sehen die Kluft,
    Wieder frei, wieder rund.
    Und die Wolke sich wiederbelebt.

  6. #6
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    Morgen Grauen

    In einer tiefen Nacht aus Blau
    das Sinken unsrer stolzen Schiffe
    in feuchte Ewigkeit
    dein Abwärtsfahren in die Schlucht der See

    dann ein Verlöschen

    Am Morgen aber steigt herauf
    Aus meines Traumes klammen Laken
    dein Lächeln in die weichen Kissen
    Und doch in deinen Augen

    Wassertropfen

  7. #7
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    Befreiter Fluss


    Er fiel nicht
    auf.
    Geschmeidiger
    als jeder Aal,
    toste er mit,
    nanissimo -
    war streifender
    Punktmassenhauch
    in den Nacken
    der Flüchtenden.

    Blind zerging er,
    im Sonnenschlag.

  8. #8
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    Abendstille

    Blaue Libellen
    taumeln durch glitzerndes Nass -
    Regenbogentanz


  9. #9
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    Wie ein Tropfen

    Wie ein Wassertropfen
    Auf dem heißen Stein
    So scheint unser Leben

    So begrenzt und klein
    Ein ganz kurzer Traum
    Rasch zu Ende eben

    Trost erfährt ein Tropfen
    Ruhend auf dem Stein
    Ohne trüben Sinn

    Planvoll tanzt er fein
    Fast unsichtbar klein
    Einst zur Wolke hin

    Neues leichtes Leben

  10. #10
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    ... in weiche Form gelegt.

    Schwere Tränen stürzen auf das Papier,
    zerspringen zu tausend kleinen Kristallen.
    Gedanken blicken unsortiert zu mir.
    Tausendfach aus meinem Kopf gefallen.

    Ein Mosaik zu schaffen, wäre wunderbar.
    Mit meinen Händen liebevoll erstellt,
    zerliefen Steine zu buntem Durcheinander
    und Farben schmückten mein Gedankenfeld.

    Starres Gebilde in weiche Form gelegt,
    zeigt sich in nie geglaubter Vielfalt wieder.
    Meine tiefe Schwermut hat sich fortbewegt,
    lässt sich an anderer Stelle nieder.

  11. #11
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    Schatten tanzen Tango

    Die kleinen Steine grau
    mit braunen Sprenkeln
    umhüllt von zarten Wellen
    die Sonnenstrahlen streicheln -
    auch Wasseroberflächen

    Schatten tanzen Tango
    gleiten wiegen lieben Steine
    Bewegung schenkt Ergründen
    Tiefe ohne tasten
    Berührung nur zum Schwingen

    so tanzen Grautöne
    mit sanften Winden
    und streifen manchmal
    geliebte kleine Steine -
    wenn Wasser Atem schöpft
    um sich im Himmel zu verbinden.

  12. #12
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    Scheintoter Wassertropfen

    Oh du alter stiller Ozean.
    Schläfst heute Nacht so unruhig.
    Wälzt dich hin und her und dein rasender Herzschlag
    schlägt mächtige Wellen auf deiner rauen Oberfläche.

    Bist schon wieder verfolgt von diesem Alptraum,
    der die Sonne vom Himmel stürzen
    und deine eisigen Gewässer in Sekundenbruchteilen verdampfen lässt.

    Bist schon wieder gefangen von diesem heißen Schmerz,
    der deinen Körper lähmt und dir
    den letzten Tropfen Blut aus den vertrockneten Adern presst.

    Der dich mit verzweifelten Blicken alle Himmelsrichtungen absuchen lässt,
    ob nicht doch noch irgendwo ein paar versprengte Wassertropfen
    deinen entblößten und verbrannten Leib kühlen und dir
    neue Luft zum Atmen geben könnten.
    .
    Aber schon geht im Traum ein letztes Zucken durch dich hindurch.
    Und erneut wird dein Nachtlager zu einem nassen Grab,
    an dem ich dir mit lauten Zurufen das letzte Geleit verweigere.

    Nun wache doch endlich auf, alter einfältiger Freund!
    Es ist nur wieder mal die glühende Abendsonne,
    die langsam am Horizont versinkt
    und doch so nah deinen Wahnsinn streift.


  13. #13
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    Wassertropfen

    Gar tausendfach empfang ich dich,
    mit weit gestreckten Armen,
    gar bete ich, komm rette mich,
    und schenk mir dein Erbarmen.

    Genau wie du war ich einst auch,
    doch ist das Band zerrissen,
    was uns einst hielt ist Schall und Rauch,
    ich werde dich vermissen.

    Was kann ich schon allein bewegen,
    meine Welt ist völlig karg,
    ein Tropfen macht noch keinen Regen,
    doch zu Tausend sind wir stark.

    Wie Wassertropfen, stetig fallend,
    erwecken wir erneut das Leben.
    Gar tausendfach zur Faust uns ballend,
    wird die Welt bald durch uns beben!

  14. #14
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    Plipp Plapp


    „Es sind doch nur sechs Wochen mein Schatz“
    Wieder muss ich weinen und kann nur an dich denken.
    Für mich ist es mehr als eine Ewigkeit
    und zwischen dem Plipp Plapp des Wasserhahns
    weine ich bittere Tränen.

    Plipp Plapp, macht dieser blöde Wasserhahn.
    Alle fünf Sekunden Plipp und alle fünf Sekunden Plapp.
    Zwei Tage bist du fort, und ich schreib dir diese Zeilen.
    Plipp-Wie soll mein Tag vergehen ohne dich? Plapp-
    Sechs Wochen werde ich Plipp- ohne dich nie schaffen.

    Plapp-Ich sehe dein Bild vor mir, und weiß Plipp-
    erst in diesem Plapp- Moment, wie sehr ich dich liebe.
    Plipp-Salzige Tropfen küssen deine Plapp- Lippen
    und ich sehne Plipp-mich nach deinen starken Armen.
    Plapp-Und vor allem nach deinen Plipp- blauen Augen.

    Plapp-Ich werde dir jeden Tag einen Plipp-Brief schreiben,
    weil ich dich Plapp- liebe und ohne dich Plapp- nicht leben kann.
    Zunächst werde Plipp- ich erst einmal eine Aspirin nehmen,
    Plapp-der tropfende Wasserhahn macht mich verrückt Plipp-

    In tiefer Liebe
    deine Plipp
    Geändert von Francine (09.06.2008 um 12:51 Uhr)

  15. #15
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    aus dem Pflichtenheft eines Tropfens

    Ja, ich bin der, den du wohl kaum vermisst,
    wohl aber deines Gartens Grün;
    bin der, der sinnlos heisse Steine küsst;
    bin Stetiger in dem Bemühn
    zu höhlen; runden, was gar eckig ist;
    zu streicheln was da wurmig, schneckig ist.
    Und ich bring deinen Schirm zum Blühn.
    Bring Farb, wenn man den Regenbogen hisst.

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