Thema: Tonlos

  1. #1
    Registriert seit
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    412

    Tonlos

    Zirrhuswogend treibt er uns entgegen in verfärbter
    Einsicht; blindlings lassen wir die letzte Sprache ziehen
    In unbewusste Regenlosigkeit, die Töne fliehen.
    Trägt er uns denn bis zum Firmament und weiter, erbt er

    Vliesend die geduldverätzte Lockung unsrer Wachen?
    Er zögert, wie auch wir, bevor erneut die Luft entbrennt –
    Rüde unser wirres Zwischenspiel zu unterbrechen; kennt
    Lange vor uns jenes Urteil, das wie stets des Schwachen
    Ohnmacht ist. So malt er graue Schatten an die Wand,
    Reicht hölzern seiner Reize Frucht, was uns bald trennt.
    Es fällt uns aus der tagesschwachen Hand.
    Nachts bleibt der Klang erbrochnen Lachens.
    ...und ein junger Blitz schwamm heran.

    Tonlos...
    Was bleibt
    Kamen sie

    ...
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  2. #2
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    Nov 2006
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    580
    Hallo Calyptra,
    der Inhalt ist etwas kryptisch,die Sprache stark, aber vielleicht zu stark.
    Wer könnte so ein Gedicht auswendig lernen? Welche Zeile ist zitierbar, bleibt im Gedächtnis haften? Gerade diese Dinge werden im allgemeinen durch Reime unterstützt. Lange Verse und allzuviele Enjambements (die ich freilich selbst auch häufig bemühe) wirken gegenteilig.
    Liebe Grüße,
    P.

  3. #3
    Registriert seit
    Nov 2004
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    412
    Hallo parlevio,

    vielen Dank für deinen Kommentar. Interessant, dass für dich Sprache zu stark sein kann, dieses Empfinden hatte ich (bisher) noch nicht. Ich verstehe deine Kritik, komme aber zu der Überzeugung, dass für mich dieser Punkt nicht genügend Gewicht hat.
    Das mag Geschmacksache sein, doch Dichter wie beispielsweise Celan zeichnen sich in meinen Augen durch unglaublich kryptische, kräftige, ja schwere (im Sinne von schwerwiegende) Sprache aus und gerade dies fasziniert mich. Du hast sicher recht, man lernt einen Celan nicht so schnell auswendig wie manches andere, doch gerade komplexe Formulierungen bleiben mir häufig im Gedächtnis.
    Versteh mich nicht falsch, ich vergleiche mich hier nicht mit Celan , mir geht es nur um die Darstellung meiner Sichtweise. Ich nehme also deine Kritik an, dass es dir zu viel ist, in mehrerlei Hinsicht, die ist für mich aber nicht Anlass genug, das Grundprinzip zu überdenken - ich hoffe, du verstehst.

    Liebe Grüße,
    Calyptra
    ...und ein junger Blitz schwamm heran.

    Tonlos...
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    Kamen sie

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